27.10.2020, 14:32 Uhr

Klimaschutzprojekt Auftaktveranstaltung zum Kelheimer „Humus-Tandem“

 Foto: Nemanja Otic/123rf.com Foto: Nemanja Otic/123rf.com

Am Dienstag, 20.Oktober, fand die erste offizielle Informationsveranstaltung für das Projekt „Humus-Tandem im Landkreis Kelheim“ in Hausen statt.

Landkreis Kelheim. Unter dem Beisein von Vertretern des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg (AELF), dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF, dem Bayerischen Bauernverband, den Maschinenringen und Erzeugerringen sowie interessierten Landwirten aus dem Landkreis Kelheim wurde die Idee für das Kooperationsprojekt zur Kohlenstoffspeicherung im Humus vorgestellt. Die Grundidee: Kohlenstoffdioxid, das in der Region ausgestoßen wird, wie zum Beispiel aus größeren Industriebetrieben oder im Gewerbebereich wird durch landwirtschaftliche Betriebe vor Ort mit Hilfe von speziellen Fruchtfolgen und Anbaumethoden verstärkt in heimische Böden eingebaut. Der Begriff „Humus-Tandem“ soll dies verdeutlichen: Betriebe aus dem Landkreis arbeiten direkt mit Landwirten aus dem Landkreis Kelheim zusammen.

„Gerade ändert sich viel in der Gesellschaft – die Landwirtschaft hat die Chance ganz positiv diese Veränderungen mitzugestalten“, so die einleitenden Worte von Dr. Joachim Hamberger, Behördenleiter des AELF Abensberg. Klaus Amann, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Kelheim VöF nahm das auf und verdeutlichte: „Wir alle stehen vor den Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt“. Ein weiterer Impulsgeber für das Projekt ist Agrarökonom Prof. Dr. Alois Heißenhuber, der in seinen Veröffentlichungen schreibt: „Die Landwirtschaft benötigt unbedingt eine Klimaanpassungsstrategie, sie muss aber auch einen Beitrag zum Klimaschutz tragen“. Mit der Strategie „Green Deal“ erkennt die EU Potentiale der Kohlenstoffspeicherung in den landwirtschaftlichen Böden. Bis 2050 will die EU eine klimaneutrale Gestaltung Europas.

Bei der Auftaktveranstaltung beteiligten sich 20 Landwirte mit den unterschiedlichen Betriebsausrichtungen Biologisch, Konventionell, Tierhaltung, Ackerbau und Biogas. In einem Auftakt-Workshop wurden gemeinsam und intensiv Chancen und Risiken für den Betrieb und die Region diskutiert. Humusaufbau ist ein komplexer Vorgang, der Spezialwissen erfordert. Für die praktische Umsetzung auf den Betrieben benötigen die Landwirte theoretische und praktische Unterstützung von Fachreferenten mit Erfahrungen zum Humusaufbau. Der Weg ist nicht einfach, aber den eigenen Betrieb für Klimaschutzmaßnahmen einzubringen – darin sehen die teilnehmenden Landwirte durchaus Potential, aber auch eine Herausforderung.

Im nächsten Schritt stellt sich die Frage, ob ein regionales Konzept für ein Honorierungssystem zur CO2-Speicherung aufgebaut werden kann. Erste Dienstleister bieten bereits fertige Konzepte an, in Regensburg wird derzeit die Landesagentur für Energie und Klima aufgebaut. Der VöF wird dort Abstimmungsgespräche führen. „Regionalität, möglichst geringer administrativer Aufwand und Wertschätzung für die regionalen Betriebe sollen im Vordergrund stehen. Diese Faktoren wurden aus allen bisherigen Gesprächen mit Landwirten, Betriebsleiter, Fachorganisation oder politischen Entscheidungsträgern als wichtige Rahmenvorgaben beschrieben“, so VöF-Vorsitzender Landrat Martin Neumeyer.

Von den teilnehmenden Landwirten und Fachorganisationen gab es durchwegs Zustimmung für den Projektauftakt, die Inhalte und die Vorgehensweise. Die Idee, den Klimaschutz unmittelbar in der Region anzupacken, sehen die Anwesenden als einen Schritt in die richtige Richtung. Ein nächstes Treffen im Dezember wurde vereinbart, bei dem erste Fachreferenten teilnehmen und zukünftige Fortbildungs- und Arbeitsschwerpunkte erarbeitet werden. Das Kelheimer „Humus-Tandem“ steht noch am Projektbeginn. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass bereits in der Projektentwicklung die Praktiker, also die landwirtschaftlichen Betriebsleiter, mitwirken. Gerne können sich noch weitere interessierte Landwirte einbringen. Interessierte können sich beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg oder beim Landschaftspflegeverband Kelheim VöF melden.


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