24.09.2020, 10:56 Uhr

VöF ist Projektpartner Deutscher Verband für Landschaftspflege erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

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Das Projekt „Natürlich Bayern – insektenreiche Lebensräume“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. In Stellvertretung des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber nahm Ministerialrat Wolfram Güthler die Würdigung vor.

Landkreis Kelheim. Die Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. Mit der Initiative „Natürlich Bayern – insektenreiche Lebensräume“ trägt der Deutsche Verband für Landschaftspflege mit den bayerischen Landschaftspflegeverbänden zum Erhalt und zur Förderung der Insektenvielfalt in Bayern bei. Dafür werden bis 2023 vor allem kommunale Flächen mit gebietseigenem Saat- und Pflanzgut zu artenreichen Lebensräumen für Insekten aufgewertet. Darüber hinaus werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen über insektenfreundliche Lebensräume und deren Pflege geschult und beraten, um den Kommunen eine Umstellung der Flächenpflege zu erleichtern. Die Initiative ist Teil des vom Bayerischen Umweltministeriums initiierten „Blühpakts Bayern“.

„Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege und die bayerischen Landschaftspflegeverbände sind starke Partner, die Artenschutz und Biodiversität in die Regionen bringen und vor Ort umsetzen. Bestes Beispiel ist die Initiative ,Natürlich Bayern‘ – ein herausragendes Projekt zur praktischen und wirkungsvollen Umsetzung von Natur- und Artenschutz. Mit ,Natürlich Bayern‘ schaffen wir gemeinsam mit Gemeinden und Landwirten neue Lebensräume für mehr Insektenvielfalt. ,Natürlich Bayern‘ darf ab jetzt für zwei Jahre den Titel ,Ausgezeichnetes UN-Dekade-Projekt‘ führen. Das ist eine großartige Würdigung und Motivation für die Zukunft“, betonte Staatsminister Thorsten Glauber in der übermittelten Laudatio.

Bei „Natürlich Bayern“ stehen Wirksamkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit der Maßnahmen im Vordergrund. Es werden Pflanzenmischungen verwendet, die heimischen Insekten wirklich helfen. Dazu nutzen die Landschaftspflegeverbände fast ausschließlich selbst geerntetes Saat- und Pflanzgut von artenreichen Spenderflächen aus der jeweiligen Region. Wo dies nicht ausreichend zur Verfügung steht, kaufen sie zertifiziertes Regiosaatgut. Davon profitieren auch seltene und gefährdete Insektenarten, deren Futterpflanzen in herkömmlichen Blühflächen und „Bienenweiden“ nicht enthalten sind. Darüber hinaus nutzen die Landschaftspflegeverbände neben bekannten Techniken wie der Mähgutübertragung auch innovative technische Verfahren, wie den Wiesendrusch mit Mähdrescher oder die Samenernte ohne Mahd mit neuen Geräten.

Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt. Das Projekt „Natürlich Bayern“ wirkt mit optimierter Bewirtschaftung, Neuanlagen und Aufwertungen von Lebensräumen in allen bayerischen Regionen dem Verlust der Insektenvielfalt entgegen. Zusätzlich sorgen Schulungen und Beratungen der Akteure auch nach Beendigung des Projektes für eine nachhaltige und insektenschonende Bewirtschaftung und Pflege kommunaler Flächen. Diese Aktivitäten haben die UN-Dekade-Fachjury nachhaltig beeindruckt: „Eine Auszeichnung wird durch die Jury empfohlen, da das Projekt landesweit in Bayern agiert, um auf lokaler Ebene die biologische Vielfalt zu fördern. Durch den vorbildlichen kommunalen Ansatz werden verschiedene Akteure für den Insektenschutz mobilisiert und sensibilisiert“. Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält der Deutsche Verband für Landschaftspflege einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht. Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland im Internet unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen können.

Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. Die UN-Dekade Fachjury tagt zweimal im Jahr. Der Wettbewerb ist jetzt abgeschlossen, Informationen zur UN-Dekade sind weiterhin online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt im Internet unter www.undekade-biologischevielfalt.de zu finden. Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten widerspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.


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