24.08.2020, 11:51 Uhr

Bunte Bauernwiesen Landwirte tauschen sich zum Ackerwildkrautschutz aus

Auf dem Vertragsnaturschutz-Acker in Weltenburg wurden den Teilnehmern die seltenen Ackerwildkräuter gezeigt. Foto: Lucia Gruber/VöFAuf dem Vertragsnaturschutz-Acker in Weltenburg wurden den Teilnehmern die seltenen Ackerwildkräuter gezeigt. Foto: Lucia Gruber/VöF

Jeder kennt bunte Wiesen, die mit ihrem Blütenreichtum für zahlreiche Insekten Nektar und Pollen zur Verfügung stellen. Aber ebenso können auf Ackerflächen zwischen den Getreidereihen zahlreiche Wildkräuter, wie Adonisröschen oder Ackerrittersporn blühen, die für die heimische Insektenwelt, wie zum Beispiel Wildbienen, gleichfalls von besonderer Bedeutung sind.

Landkreis Kelheim. Um diese Vielfalt an Pflanzen und Insekten auf den Feldern zu erhalten und zu fördern, ist es notwendig, auf chemischen Pflanzenschutz und mechanische Unkrautbekämpfung weitgehend zu verzichten. Hierzu braucht es neben den entsprechenden Ackerflächen auch Landwirtinnen und Landwirte, die bereit sind, diese Art der Bewirtschaftung durchzuführen.

Im Landkreis Kelheim haben sich bereits einige Landwirte zu dieser extensiven Bewirtschaftung bereit erklärt, die in der Regel über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm gefördert wird. Um für den Ackerwildkräuterschutz weitere Landwirtinnen und Landwirte zu gewinnen, wurde im Zuge des „Natürlich Bayern“-Projekts „Bunte Bauernwiesen – Bunte Bauernäcker“ im Landkreis Kelheim ein Erfahrungsaustausch durchgeführt. Auf zwei bereits langjährig extensiv bewirtschafteten Äckern stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbands die dort vorkommende Ackerwildkrautvegetation vor und erklärten die bestehenden Fördermöglichkeiten.

Mit den beiden Praxisbeispielen vor Augen fand ein reger Austausch zwischen den Neuinteressentinnen und Neuinteressenten und den „alten Hasen“, sprich den bereits langjährigen Vertragspartnern statt. So wurden beispielsweise Lösungsansätze für das Aufkommen von Problempflanzen wie Ackerkratzdistel oder Trespe diskutiert. Die Zusammenkunft fand reges Interesse bei den anwesenden Landwirtinnen und Landwirten und verdeutlichte auch deren Verständnis für diesen speziellen Natur- und Artenschutz.

Über das Projekt „Natürlich Bayern“ werden im Landkreis Kelheim neben artenarmen Äckern auch artenarme Wiesen durch Ansaat oder Mahdgutübertragung zur Förderung von Insekten aufgewertet. Dazu sucht der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. weiterhin interessierte Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Wiesen oder Äcker über das Vertragsnaturschutzprogramm bewirtschaften und mit artenreichem Saat- oder Mahdgut aufwerten wollen. Ansprechpartnerin ist Frau Veronika Stiglmaier, sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 09441/ 207 7329. In der Initiative „Natürlich Bayern – insektenreiche Lebensräume“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege engagieren sich 30 Landschaftspflegeverbände über fünf Jahre in jeweils zweijährigen Projekten für mehr Insektenvielfalt in den bayerischen Kommunen. „Natürlich Bayern“ wird vom Bayerischen Umweltministerium mit 3 Millionen Euro gefördert und ist Teil des Blühpakts Bayern. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege ist der Dachverband der 64 Landschaftspflegeorganisationen in Bayern.


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