13.05.2020, 12:42 Uhr

Maßnahmen beschlossen Auf Schatzsuche im Sand der Binnendünen – Naturschutz und Forstpartie erkunden gemeinsam Naturschutzgebiet

Lukas Wack (Revierförster), Ronja Weiß (Untere Naturschutzbehörde Kelheim), Klaus Amann (Landschaftspflegeverband Kelheim ), Peter Forstner (Bund Naturschutz Kelheim), Robert Hierlmeier (Landschaftspflegeverband Kelheim) und Dr. Joachim Hamberger (AELF-Leiter). Foto: Sarah KolmederLukas Wack (Revierförster), Ronja Weiß (Untere Naturschutzbehörde Kelheim), Klaus Amann (Landschaftspflegeverband Kelheim ), Peter Forstner (Bund Naturschutz Kelheim), Robert Hierlmeier (Landschaftspflegeverband Kelheim) und Dr. Joachim Hamberger (AELF-Leiter). Foto: Sarah Kolmeder

Um das FFH- und Naturschutzgebiet „Binnendünen bei Offenstetten“ weiterhin zu erhalten und zu verbessern, wurden bei einem gemeinsamen Begang durch den Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. sowie Vertretern des Bund Naturschutzes und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg bereits durchgeführte und künftige Pflegemaßnahmen besprochen.

Abensberg. Die Dünen erwecken den Eindruck, als schlummere in ihnen ein Piratenschatz: Hügel aus feinem, goldenem Sand fließen durch einen Wald aus lichten Kiefern, die wie Palmen über einem Strand ohne Meer im Wind wiegen. Der, der seine Augen für die Natur öffnet, wird unerwartete Kostbarkeiten entdecken: Eine Schatzkiste voller naturschutzfachlicher Juwelen, darunter 200 nachgewiesene Wildbienen- und Wespenarten, viele Pflanzenarten der Roten Liste wie Silbergras, Sand-Thymian und Kreuz-Enzian sowie der König der Dünen, der Ameisenlöwe. Diese kleine Insektenart, die in Sandtrichtern Ameisen fängt, gibt es hier sogar in vier verschiedenen Arten.

Ein Reichtum, den es zu hüten gilt, findet nicht nur der Bund Naturschutz, in dessen Eigentum sich ein Teil der Flächen befindet. Auch dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten liegt der Schutz und die Pflege der Dünen am Herzen. „Waldnaturschutz ist ein Bestandteil ordnungsgemäßer Forstwirtschaft“, stellt AELF-Leiter Dr. Hamberger fest. In einem Managementplan, der durch die Höhere Naturschutzbehörde und den Forstbehörden ausgearbeitet wurde, sind die Ziele und Maßnahmen für das Naturschutzgebiet formuliert. Für die Umsetzung wurde der Landschaftspflegeverband Kelheim betraut.

„Die Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband und dem Bund Naturschutz funktionierte von Beginn an problemlos“, erklärte der zuständige Revierförster Lukas Wack. Deshalb fällt es auch bei dieser Besprechung leicht, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Was andernorts ein Frevel wäre, ist hier notwendig: Die Humusauflage soll entfernt werden, damit offen zu Tage liegender Sand, den seltenen Spezialisten trocken-warmer Standorte, Lebensraum bietet. „Über den Sanddünen soll weiterhin durch die behutsame Entnahme von Bäumen und Sträuchern aufgelichtet werden, denn der Ameisenlöwe ist ein Sonnenanbeter und braucht direkte Einstrahlung“, so Klaus Amann, Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V..

Um auch den Wald zu schützen, stellte die Forstbehörde sicher, dass die Maßnahmen mit dem Waldgesetz vereinbar sind, wodurch die Eingriffsstärke begrenzt wird. Auf Teilflächen soll außerdem die natürliche Wiederbewaldungsdynamik zugelassen werden und alte sowie bizarr geformte Bäume als Blickfänge erhalten bleiben. „Auch die Schönheit des Naturschutzgebietes ist für seine Besucherinnen und Besucher ein großer Schatz, der gehütet werden muss. Durch die Wertschätzung der Bevölkerung erreichen wir auch einen nachhaltigen Schutz dieses außergewöhnlich artenreichen Gebiets“, betont Dr. Joachim Hamberger, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.


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