29.04.2020, 12:27 Uhr

Naturschutz Bunte Bauernwiese und Bunter Bauernacker auf einem Fleck in Rothenbügl

Stolz auf ihr gemeinsames Projekt: Landwirt Andreas Dirrigl und Flächeneigentümerin Christine Heinz mit Sohn Xaver bei der Ansaat der Wiese. Foto: Veronika Stiglmaier /VöFStolz auf ihr gemeinsames Projekt: Landwirt Andreas Dirrigl und Flächeneigentümerin Christine Heinz mit Sohn Xaver bei der Ansaat der Wiese. Foto: Veronika Stiglmaier /VöF

In Rothenbügl bei Painten werden sechs Hektar Ackerland zukünftig extensiv und insektenfreundlich bewirtschaftet. Damit zeigen die Flächenbesitzerin Christine Heinz und Landwirt Andreas Dirrigl wie man Landwirtschaft und Naturschutz verbinden kann.

Painten. Auf dem bis dato konventionell bewirtschafteten Acker direkt hinter dem Wirtshaus der Familie Heinz werden zukünftig eine artenreiche Wiese mit Streuobstbestand, ein extensiv bewirtschafteter Acker für Ackerwildkrautschutz und eine Ackerbrachfläche entstehen. Damit die Flächen unter anderem für Insekten Nahrung und Lebensraum bieten, braucht es dort artenreiche Pflanzenbestände. Diese werden durch das Projekt „Bunte Bauerwiesen – Bunte Bauernäcker im Landkreis Kelheim“ des Landschaftspflegeverbands Kelheim VöF e.V. im Rahmen der Initiative „Natürlich Bayern“ angelegt und finanziert.

„Dieses sehr erfreuliche private Naturschutzprojekt hier in Rothenbügl zeigt, dass mit Unterstützung unseres Landschaftspflegeverbands nicht nur die Kommunen, sondern auch immer mehr Privatpersonen und Landwirte sich für den Artenschutz einsetzen. Frau Heinz und Herrn Dirrigl möchte ich für ihr beispielhaftes Engagement herzlich danken“, so Landrat und VöF-Vorsitzender Martin Neumeyer.

Auf der Wiese wird eine kräuterreiche, heimische Wiesenmischung angesät und auf dem Acker werden zum Standort passende Ackerwildkräuter ausgebracht. Damit sich die ausgebrachten Pflanzen auf Acker und Wiese langfristig etablieren und ausbreiten, bedarf es einer dementsprechend angepassten landwirtschaftlichen Nutzung. Daher werden die Flächen nach den Richtlinien des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms bewirtschaftet und honoriert – sie dürfen daher weder gedüngt noch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Des Weiteren wird Landwirt Andreas Dirrigl Maßnahmen wie den ersten Wiesenschnitt ab 15. Juni oder das längere Stehenlassen der Stoppeln auf dem Acker durchführen. Während die extensive Bewirtschaftung der Wiese für ihn als heuwerbenden Betrieb keine größere Umstellung darstellt, ist die Bewirtschaftung des Ackers unter diesen Voraussetzungen durchaus spannend.

Flächenbesitzerin Christine Heinz kann die Entwicklung ihrer Fläche jeden Tag beobachten. „Wir würden uns aber auch freuen, wenn Wanderer und Besucher bei uns vorbeikommen und sich die Fläche anschauen“, so Christine Heinz, die zukünftig das Obst der Streuobstbäume nicht nur zum selber pflücken anbietet, sondern daraus auch selbstgemachte Kuchen für die Gäste ihres Biergartens anbieten will. Und Bürgermeister Michael Raßhofer fügt hinzu: „Rothenbügl ist nicht ohne Grund Landkreissieger beim Wettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft‘. Frau Heinz zeigt mit diesem Naturprojekt vielmehr, dass sich dieser schöne Ortsteil weiter für die Zukunft und die junge Generation einsetzt und Rothenbügl für die Zukunft noch ein wenig bunter und blühender macht“. Auch für dieses Jahr sucht der Landschaftspflegeverband noch interessierte Landwirtinnen oder Landwirte, die ihre Wiesen oder Äcker über das Vertragsnaturschutzprogramm bewirtschaften und mit artenreichem Saat- oder Mahdgut aufwerten wollen. Ansprechpartnerin ist Frau Veronika Stiglmaier unter der Telefonnummer 09441/ 207 7329.


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