30.01.2020, 10:19 Uhr

Lebensraum erhalten Entbuschungsarbeiten im Naturschutzgebiet „Niedermoor südlich Niederleierndorf“

Ein Weißstorch. (Foto: VöF)Ein Weißstorch. (Foto: VöF)

Gegenwärtig führt der Landschaftspflegeverband Kelheim (VöF) in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und der Marktgemeinde Langquaid Gehölzpflegearbeiten im Naturschutzgebiet „Niedermoor südlich Niederleierndorf“ durch. Ziel ist es dabei, die für das Labertal typischen Tier- und Pflanzenarten zu fördern.

LANGQUAID Bei den Flächen im seit 1985 bestehenden und 61,5 Hektar großen Naturschutzgebiet handelt es sich zum Teil um sehr nasse Gehölz- und Wiesenbereiche. Daher wurde das Grünland seit jeher nur sehr extensiv bewirtschaftet, was zu einer großen Vielfalt an heute oftmals gefährdeten Pflanzen- und Tierarten führte. Typische Beispiele sind die Trollblume, das Sumpfherzblatt, der Weißstorch oder wiesenbrütende Vogelarten.

Eine Intensivierung der landwirtschaftlichen Flächennutzung erfolgte aufgrund der Nässe im Wesentlichen nicht. Im Gegenteil, die landwirtschaftliche Nutzung ging im Laufe der Zeit immer stärker zurück, da sie unrentabel wurde. Um jedoch die typischen und heute rar gewordenen Pflanzen- und Tierarten der Feucht- und Nasswiesen erhalten zu können, ist eine regelmäßige Pflege erforderlich. „Deshalb wird ein großer Teil des Naturschutzgebietes durch den Landschaftspflegeverband VöF fachmännisch betreut und gezielt gepflegt. Wir sehen uns hier auch als Kommune in der Pflicht, wird dadurch doch ein wichtiger Beitrag für einen langfristen Arten- und Biotopschutz geleistet“, erklärt Bürgermeister Blascheck und bedankt sich.

Bleibt die Wiesenpflege aus, wachsen vermehrt Büsche und Bäume auf und der Lebensraum für Fleischfarbenes Knabenkraut, Bekassine und Co. verschwindet und mit ihnen das traditionell weiträumige Landschaftsbild des Labertales. Genau das ist außerhalb regelmäßig gepflegter Bereiche des Naturschutzgebietes in den letzten Jahrzehnten geschehen. Dies wird augenscheinlich, wenn man alte Luftbilder des Gebietes betrachtet. Damals waren im gesamten Naturschutzgebiet nur sehr wenige Gehölze vorhanden. Der Gehölzaufwuchs ist für wiesenbrütende Vogelarten, wie den Kiebitz oder die Bekassine, ein besonderes Problem, da sie offene, weiträumige Wiesenlandschaften zum Überleben brauchen. Deshalb setzt der VöF die in den letzten Wintern begonnenen Entbuschungsmaßnahmen gegenwärtig fort. Die Durchführung der Maßnahme gestaltet sich aufgrund des wenig tragfähigen Moorbodens und des aktuell fehlenden Frostes nicht ganz einfach. Mit einem kleinen Kettenbagger mit Fällgreifer werden die Sträucher entfernt. Anschließend werden die Gehölze zum nächsten Weg gerückt werden, wo sie dann zu Hackschnitzel zerkleinert werden können und als Brennmaterial Verwendung finden.


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