29.01.2020, 16:00 Uhr

Initiative „Regio 2030“ des Bezirks In den Bezirkseinrichtungen sollen mehr regionale Lebensmittel auf den Tisch kommen

(Foto: Bezirk Niederbayern/Knott)(Foto: Bezirk Niederbayern/Knott)

„Ich freue mich, dass der mit breiter Mehrheit gefasste politische Beschluss, mehr regionale Lebensmittel und Bioprodukte in den Bezirkseinrichtungen zu verwenden, nun mit Leben gefüllt wird.“ Mit diesen Worten begrüßte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich die Arbeitsgruppe „Regio 2030“, die erstmals zusammentraf, um die Initiative des Bezirks Niederbayern umzusetzen.

NIEDERBAYERN Der achtköpfigen Arbeitsgruppe gehören mit Christian Fenzl, Manfred Weikl, Dipl.-Agraringenieur Günther Putz, Hildegard Zißler und Margit Huber Fachleute unter anderem aus den Verpflegungsbereichen der Bezirkseinrichtungen in Mainkofen, Straubing und Landshut-Schönbrunn an; ferner ein Vertreter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut, Fachzentrum „Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung“, Gilbert Bielen als externer Berater mit einschlägigen Erfahrungen in der Bio-Lebensmittelverpflegung sowie als Koordinatorin der Arbeitsgruppe Katrin Landes vom Bezirk Niederbayern.

Der Schwerpunkt des ersten Treffens lag auf der Erarbeitung einer gemeinsamen Grundlage. In Folge wird die primäre Aufgabe der Aufbau eines Lieferantennetzwerkes sein. Da Ausschreibungsverfahren gesetzlichen Vorgaben unterliegen, wird gegebenenfalls die Einbindung eines Rechtsexperten erforderlich sein, um Rechtssicherheit zu gewährleisten. Einblicke in Produktionsketten kann Günther Putz, Leiter des Gutshofs Mainkofen, geben, der auch viele landwirtschaftliche Betriebe in der Region kennt. Ein Aspekt, den Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich sehr begrüßt: „Viele Landwirte fühlen sich in der aktuellen Stimmungslage in Sachen Umwelt angeprangert. „Regio 2030“ kann dazu beitragen, dieses Bild zurechtzurücken. Wer mehr über Anbau, Herkunft und Produktion frischer Lebensmittel weiß, bringt der Landwirtschaft mehr Wertschätzung entgegen“.

Weil die Klientel in den Bezirkseinrichtungen ganz unterschiedlich ist – Patienten, Schüler, Studenten – ist auch das Speisenangebot in die Überlegungen einzubeziehen.

Auch bezirkseigene Einrichtungen produzieren gesunde Lebensmittel: So beliefert der Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau Deutenkofen das Bezirksklinikum Mainkofen, wo schon jetzt 20 Prozent der Lebensmittel aus der Region kommen; wertvolle Erfahrungswerte, die in das zu erarbeitende Konzept einfließen werden. Der Fischereiliche Lehr- und Beispielbetrieb in Lindbergmühle wäre ein weiterer potentieller Lieferant.

In der praktischen Umsetzung von „Regio 2030“ sieht Heinrich die Herausforderung – auch für den Bezirk, der sich in einem Spannungsfeld befinde in seinem Bestreben, gute Lebensmittel zu verwenden, die regionale Landwirtschaft zu stärken und zugleich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten. Die Arbeitsgruppe wird voraussichtlich einmal im Quartal zusammenkommen und sich Etappenziele setzen, um Fortschritte erkennbar zu machen. Einmal jährlich ist dem Bezirksausschuss ein Bericht mit den bislang erreichten Ergebnissen vorzulegen. Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich steht hinter dem Projekt „Regio 2030“ und appellierte an die Arbeitsgruppe, sich keine Schranken aufzuerlegen. „Denken Sie quer, hinterfragen Sie Automatismen, gehen Sie unkonventionelle Ideen mutig an, schlagen Sie neue Wege ein.“


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