07.10.2019, 19:48 Uhr

Demenzwochen Besondere Erlebnisse im Grünen – Natur erleben mit Demenz

In der Natur gibt es viel zu entdecken: Georg Flaxl gibt Einblicken in Gerüche, Geräusche und Co (Foto: Stephanie Bader)In der Natur gibt es viel zu entdecken: Georg Flaxl gibt Einblicken in Gerüche, Geräusche und Co (Foto: Stephanie Bader)

Zusammen machte sich die Caritas Kelheim mit Demenzerkrankten und deren Angehörigen auf in die Natur. Die Fachmänner Georg Flaxl und Erwin Engesser zeigten, was das Grün so zu bieten hat. Die Veranstaltung folgte im Rahmen der vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ins Leben gerufenen Demenzwochen.

KELHEIM In einem Biotop nähe Dürnhart konnte unter der Leitung von Georg Flaxl viel entdeckt werden. Mit allen Sinnen erkundete die Betreuungsgruppe für an Demenz erkrankte Menschen die Natur: den Geruch von wildem Hopfen, viele sich auf der Wiese tummelnde kleine Lebewesen, Biberspuren und abgeholzte Bäume, das Pfeifen unterschiedlicher Vögel, das Rauschen des Wassers und vieles mehr. Doch auch nicht so schöne Sachen gehören heute zu einem Tag im Grünen. In einer Truhe zeigte Flaxl, was alles so im Fluss Abens zum Vorschein kommt: Viel Müll, den Menschen aus Unachtsamkeit, aber auch aus Leichtsinn im Wasser entsorgen. Mit viel mehr Tatendrang und Energie, als man dies von erkrankten Menschen je erwartet hätte, genossen sie den ereignisreichen Tag.

Zur naturkundlichen Wanderung lud Erwin Engesser, Forstdirektor a. D., die demenzkranken samt Angehörige ein. Ziel dieser Aktion war es, einmal den Stress des Alltags, den die Krankheit unweigerlich mit sich bringt, hinter sich zu lassen und gemeinsam ein paar schöne Stunden zu erleben. Los ging es am Parkplatz Ludwigshain. Von dort aus führte Engesser die Gruppe durch den Wald, erklärte verschiedenste Baumarten, erläuterte geschichtliche Hintergründe und zeigte an vielen Beispielen den Lebensraum der Tiere. Gerade am Beispiel der Rehe, die sehr auf ihr Gehör angewiesen sind, konnten die Teilnehmer anhand eines Spieles nachvollziehen, wie scharf Sinne funktionieren, wenn andere ausgeschalten werden. So wurden einer Probandin die Augen verbunden und die Gruppe konnte sich auf dem Waldboden als Jäger versuchen, was gar nicht so einfach war. Es wurde viel zusammen gelacht und die unbeschwerten Stunden vergingen wie im Flug.

Weitere Infos über die Fachstelle für pflegende Angehörige gibt es bei Stephanie Bader unter der Telefonnummer 09443/ 9184225 oder per Mail an s.bader@caritas-kelheim.de.


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