08.08.2019, 14:55 Uhr

Am Nachmittags gings in den Wald Hopfen, Spargel und Erdbeeren – Regierungspräsident Rainer Haselbeck informierte sich im Landkreis Kelheim

(Foto: Herr Dr. Hamberger)(Foto: Herr Dr. Hamberger)

Einmal im Jahr besucht der niederbayerische Regierungspräsident Rainer Haselbeck ein Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in seinem Amtsbereich, um sich mit den niederbayerischen Behördenleitern über aktuelle Fragestellungen in Land- und Forstwirtschaft auszutauschen. In diesem Jahr besuchte er das Amt im Landkreis Kelheim.

LANDKREIS KELHEIM Im Schwerpunkt standen die landwirtschaftlichen Sonderkulturen Hopfen, Spargel und Erdbeeren. Am Nachmittag wurden auch Waldflächen besucht.

Der Tag begann in Attenhofen am Hopfenerlebnishof Stiglmaier, wo Elisabeth Stiglmaier die Gruppe in Empfang nahm und das Thema Landerlebnisreisen vorstellte. Zahlreiche Busse besuchen ihren Hof jedes Jahr. Sie vermittelt Wissen und Angenehmes rund um die Themen Hopfen und Bier. Dieses Fenster in die Landwirtschaft sei sehr wichtig, so Rainer Haselbeck, „weil die Bevölkerung sich zunehmend emotional mit der Landwirtschaft auseinandersetze, aber dringend auch Wissen von Experten dazu benötige, um sich eine Meinung zu bilden“.

Eduard Huber führte im Anschluss durch seinen Hopfengarten und berichtete, wie Zwischenfruchtanbau Erosion vermeiden kann und dass die zunehmende Trockenheit für die Hopfenbauern auch wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Bürgermeister Franz Stiglmaier sprach über Möglichkeiten, die Erosion zu vermindern, und über geplante Rückhaltebecken bei Starkniederschlägen. Denn – das ist das Paradoxe am neuen Klima – die Sommer werden trockener und die Einzelniederschläge aber heftiger.

In Sandharlanden führte die Familie Waltl über ihre Spargel- und Erdbeerfelder. Auch hier ging es um Erosionsvermeidung, aber auch um die wirtschaftliche Notwendigkeit von Folien und die Grenzen des Einsatzes und die gesellschaftliche Kritik an dieser Methode. Der Besuch der Hofwirtschaft und des Hofladens vermittelte noch ein Bild über die möglichen Einkommensdiversifizierungen von landwirtschaftlichen Betrieben.

Erstmals bei dieser langen eingeführten und traditionellen Runde wurde auch der Wald besucht. Hier standen die Schäden durch Borkenkäfer im Mittelpunkt, die kaum noch wirtschaftlich aufzuarbeiten sind. Der Wald muss deshalb langfristig in einen klimarobusten Mischwald umgebaut werden, der ökologischen Belangen gerecht wird, auch Klimaschutz ermöglicht (CO2-Bindung) und dem Besitzer auch noch Einkommen bringt. „Das ist keine leichte Fragestellung angesichts eines immer fremder werdenden Klimas, das Baumarten Entscheidungen mit Vorausblick von 100 Jahren fordert“, so Joachim Hamberger, Behördenleiter des AELF Abensberg.

Am Ende der informativen Rundreise mit ausgiebiger Diskussion, waren alle Teilnehmer wissensbereichert und zufrieden. Der Regierungspräsident fasste das Ergebnis der Runde treffend zusammen: „Landwirtschaft und Forstwirtschaft spielen eine Riesenrolle für uns in Niederbayern. Beide stehen vor großen Herausforderungen. Die können nur gemeinsam und miteinander bewältigt werden. Landwirtschaft, Umwelt und Natur müssen Hand in Hand gehen.“


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