18.07.2019, 22:37 Uhr

Team von „boden:ständig“ zieht Bilanz Starkregen am 1. Juli – effektive Maßnahmen trotzen dem Jahrhundert-Wolkenbruch

Bürgermeister Manfred Jackermeier, Oswald Kaufmann, der örtliche Leiter des Arbeitskreises boden:ständig, ALE Landau Amtsleiter Josef Reidl und Klaus Blümlhuber vom Landschaftspflegeverband. (Foto: Ines Altmann/ALE Niederbayern)Bürgermeister Manfred Jackermeier, Oswald Kaufmann, der örtliche Leiter des Arbeitskreises boden:ständig, ALE Landau Amtsleiter Josef Reidl und Klaus Blümlhuber vom Landschaftspflegeverband. (Foto: Ines Altmann/ALE Niederbayern)

Die Freude ist groß bei den Beteiligten des Projektes „boden:ständig“ in Teugn. Die Maßnahmen, die hier zur Verhinderung von Bodenerosion und Überschwemmungen getroffen wurden, sind extrem erfolgreich, wie sich kürzlich gezeigt hat.

LANDKREIS KELHEIM Trotz des Starkregens am 1. Juli, der als Jahrhundert-Ereignis eingestuft wurde, blieben die Schäden gering. Die Gewitterzelle hatte Teile des Stadtgebiets Kelheim, des Marktes Bad Abbach und der Gemeinden Saal und Teugn getroffen. Aber es ging vergleichsweise gut aus. Bei einer gemeinsamen Begehung konnten sich jetzt der Bürgermeister von Teugn Manfred Jackermeier, Oswald Kaufmann, der örtliche Leiter des Arbeitskreises „boden:ständig“, Amtsleiter des ALE Landau Josef Reidl und Klaus Blümlhuber vom Landschaftspflegeverband von der Nachhaltigkeit des Projekts überzeugen.

Im Wassereinzugsgebiet der Teugner Ringstraße errechnete der Deutsche Wetterdienst am 1. Juli teilweise rund 65 Liter pro Quadratmeter Niederschlag in einer Stunde oder 98 Liter pro Quadratmeter während des gesamten Regens von vier Stunden. Zum Vergleich: Die Wetterstatistik erwartet durchschnittlich nur alle 100 Jahre einen Regen von 49 Liter pro Quadratmeter in der Stunde oder 83 Liter pro Quadratmeter am Tag. Das 100-jährliche Ereignis wurde also übertroffen. Felix Schmitt zieht als Projektleiter von „boden:ständig“ positive Bilanz: „Dass die Feuerwehr in Folge vor allem Straßen von Schlamm reinigen musste, aber – im Gegensatz zu früher – kein einziger Keller volllief, muss man vor diesem Hintergrund als glimpflich ansehen.“

Gründe für diesen vergleichsweise guten Verlauf gibt es mehrere, wie Schmitt erläutert: „Die jahreszeitlich fortgeschrittene Vegetation hat viel abgefangen. Wichtig sind die Verbesserungen der vergangenen Jahre in der Fruchtfolge, gerade bei einem großen Biogas-Produzenten.“ Hier hat sich das Team von“ boden:ständig“ mit seiner Beratung sehr engagiert. Gut erkennbar war laut Schmitt der positive Effekt von Grünland, das an mehreren Stellen zum Erosionsschutz angelegt wurde. Auch die Wegverstärkungen, die die Gemeinde als Abflussbremse ausgeführt hat, haben sich bestens bewährt. Sehr gut war schließlich der Erfolg der begrünten Abflussmulde oberhalb der Ringstraße.

Viele kleine Projekte, die mit „boden:ständig“ umgesetzt worden sind, brachten so ein fabelhaftes Ergebnis. Schmitt schätzt, dass diese Maßnahmen effektiver waren, als ein herkömmliches Rückhaltebecken, das bei dem Wolkenbruch wohl übergelaufen wäre.

Das Projekt „boden:ständig“ wird vom Amt für ländliche Entwicklung durchgeführt und ist im Landwirtschaftsministerium angesiedelt. Im Landkreis Kelheim wurde der Landschaftspflegeverband VöF mit der Umsetzung beauftragt. Projektleiter Schmitt und VöF-Geschäftsführer Klaus Blümlhuber arbeiten eng zusammen. Sie bringen Erfahrung und moderne wissenschaftlichen Erkenntnisse mit. Unersetzliche Partner sind dann natürlich die Kommunen und die Landwirte, welche die betroffenen Felder schon seit Generationen bewirtschaften und am besten wissen, wie der Boden auf Regen und Trockenheit reagiert. Gemeinsam werden Lösungen entwickelt.


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