18.07.2019, 14:55 Uhr

Naturschutzgebiet Nachpflege-Arbeiten in der„Weltenburger Enge“ – atemberaubende Felsköpfe und ausgeflogene Felsbrüter

Derzeit laufen zur Erhaltung der artenreichen Magerrasen die Nachpflege-Maßnahmen an den Felsen im NSG „Weltenburger Enge“. (Foto: Tom Wolf)Derzeit laufen zur Erhaltung der artenreichen Magerrasen die Nachpflege-Maßnahmen an den Felsen im NSG „Weltenburger Enge“. (Foto: Tom Wolf)

Seit einigen Tagen laufen im Naturschutzgebiet (NSG) „Weltenburger Enge“, bekannt für seine atemberaubende Landschaft und einer außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt, die Nachpflege-Arbeiten zur Freistellung ausgewählter Felsformationen auf Hochtouren.

KELHEIM Auf Grundlage des FFH-Managementplanes wurden vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V. auch in diesem Jahr gezielte Nachpflege-Maßnahmen gemeinsam mit den Naturschutzbehörden sowie dem Forstbetrieb Kelheim im Donaudurchbruch umgesetzt. Die Felspartien im NSG „Weltenburger Enge“ wachsen zunehmend mit Gehölzen ein, wie Vergleiche mit historischen Abbildungen zeigen. Dies führt zunehmend zur Verdrängung und zum Verlust seltener Tier- und Pflanzenarten, zum Beispiel werden die Diptam-Vorkommen in den Saumbereichen der Felsköpfe zusehends von Gehölzen überwachsen. Auch der Lebensraum verschiedener Schneckenarten offener Felsen, die bereits seit der letzten Eiszeit hier heimisch sind, ist bedroht. Dadurch verliert das vom Europarat mit dem Europadiplom ausgezeichnete Gebiet an naturschutzfachlichem Wert und touristischer Attraktivität. Dieser Entwicklung muss zum Schutz wärme- und lichtbedürftiger Arten und Biotope entgegengewirkt werden. Besonders seltene Felsbrüter, wie Uhu oder Wanderfalke profitieren von den freistehenden, leicht zugänglichen Felsnischen. So konnten in diesem Jahr insgesamt sechs Uhu- sowie zwei Wanderfalken-Junge im NSG „Weltenburger Enge“ dokumentiert werden.

„Den in den vergangenen Jahren erforderlichen Felsfreistellungsmaßnahmen folgen nun, nach dem Ausfliegen der Jungvögel, die Nachpflege-Maßnahmen“, so Franziska Jäger, Gebietsbetreuerin Weltenburger Enge. Seit einigen Tagen arbeitet wieder eine Spezialfirma in den steilen Felsbereichen im NSG „Weltenburger Enge“. Mit der Methode der Kletterseiltechnik wird der nachwachsende Gehölzaufwuchs an den Felskanten und auf den Felsbändern zurückgenommen. Die Finanzierung der Arbeiten erfolgt über die Naturschutzbehörden aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Armin Ilgenfritz von der Firma Moscito-Seiltechnik bestätigte: „Es ist zwar sehr anstrengend aber auch wunderschön, in der Weltenburger Enge diese Arbeit für die Natur zu leisten. In den steilen Felsen, über dem Wasser hängend, ist es selbst für uns eine besondere Herausforderung!“


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