14.06.2019, 13:15 Uhr

Absprachen der Landwirte sind zentral Flutvermeidung beginnt im Feld – VöF und AELF besichtigen Problemzonen vor Ort

Dr. Joachim Hamberger, Leiter des AELF, Thomas Haindl, Josef Ingerl, Pflanzenbauexperte am AELF, Felix Schmitt vom Planungsbüro H&S aus Freising, Renate Herrmann, Florian Lederer, Theresa Lederer, Thomas Lederer, Franz Trübswetter, Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier, Franz Bauer, Johann Mirlach (Foto: AELF Abensberg)Dr. Joachim Hamberger, Leiter des AELF, Thomas Haindl, Josef Ingerl, Pflanzenbauexperte am AELF, Felix Schmitt vom Planungsbüro H&S aus Freising, Renate Herrmann, Florian Lederer, Theresa Lederer, Thomas Lederer, Franz Trübswetter, Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier, Franz Bauer, Johann Mirlach (Foto: AELF Abensberg)

In Tollbach trafen sich Bürgermeister Berghammer mit dem vom VöF beauftragten Planungsbüro und Vertretern des Amts für Ernährung, Landwitschaft und Forsten (AELF) Abensberg sowie betroffene Bürger und Landwirte, um über Möglichkeiten des Schutzes vor Wasser bei Starkniederschlag zu sprechen. Hier sollen Lösungen im Rahmen des Projektes „boden:ständig“ gefunden werden, die das ALE Landau leitet und das AELF Abensberg begleitet.

TOLLBACH Denn in den letzten Jahren haben wegen des Klimawandels Gewitterereignisse mit hohen Regenmengen an Intensität und Häufigkeit deutlich zugenommen. Aber auch die gegen Starkniederschläge besonders empfindlichen Hopfengärten haben wegen des guten Hopfenpreises eine deutliche Ausweitung erfahren. Wegen der geringen Bodenbedeckung und der dauerhaft verdichteten Fahrspuren sind Hopfenkulturen besonders anfällig für Bodenerosion bei starken Regenfällen. Aber auch unter Mais, ist der Oberflächenabfluss hoch und der Boden erosionsgefährdet, weil er lange Zeit unbedeckt ist. Was dabei helfen kann ha-ben die Experten vom Landwirtschaftsamt eingebracht: Im Hopfen hilft Zwischenfruchtanbau mit Roggen. Der verlangsamt den Abfluss und trägt zu einer aktiven Bodenpflege mit Humusaufbau bei. Das fördert die Regenwürmer, die mit ihren meterlangen Gängen helfen, dass Wasser besser versickert. Wenn der Landwirt den Mais quer zum Hang anbaut, hilft das auch schon sehr, Erosion zu vermeiden. Wenn das Wasser wegen zu großer Mengen dennoch aus den Feldern fließt, sollen Gräben helfen, aber auch Gruben und großzügig bemessene Rohrdurchlässe, um den plötzlich auf das Dorf zuschießenden Wasserstrom abzupuffern bzw. das Wasser abzuleiten.

Bei einem fast vierstündigen Rundgang durch Tollbach wurden von den Teilnehmern alle „Problemzonen“ besichtigt und konstruktiv diskutiert. Viele kleine Lösungen wurden schon gefunden, die der Planer Felix Schmitt in seinen Projektentwurf aufnehmen wird, der dann im Herbst vorgestellt wird. Eines war am Ende allen klar: Bauliche Anlagen alleine, bringen keine Lösung. Flutvermeidung beginnt im Feld. Dabei sind Absprachen unter den Landwirten wichtig, damit sie ihre Fruchtfolgen aufeinander abstimmen und nicht alle gleichzeitig zum Beispiel den ebenso erosionsempfindlichen Mais anbauen.


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