18.04.2019, 13:26 Uhr

Natur „Mit großer Wahrscheinlichkeit steht uns wieder ein Käferjahr bevor“

Es dauert nur wenige Wochen und dichter Fichten-Wald wird durch den Borkenkäfer zu Kahlfläche. Im Hintergrund ist an den braunen Baumkronen schon neuer Befall zu erkennen. (Foto: AELF, Hamberger)Es dauert nur wenige Wochen und dichter Fichten-Wald wird durch den Borkenkäfer zu Kahlfläche. Im Hintergrund ist an den braunen Baumkronen schon neuer Befall zu erkennen. (Foto: AELF, Hamberger)

Während sich die meisten Menschen über die ersten richtig warmen Tage freuen, sieht man viele Waldbesitzer mit eher sorgenvollen Mienen. „Mit großer Wahrscheinlichkeit steht uns wieder ein Käferjahr bevor“, meint Peter Enders vom AELF Abensberg und zuständig für alle Wälder im Landkreis.

LANDKREIS KELHEIM Nach dem außerordentlich hohen Befall im vergangenen Jahr, haben sehr viele Käfer auch in übersehenen und vom Käfer befallenen Bäumen überwintert. Sie schwärmen jetzt aus und befallen neues bruttaugliches Material. Die übersehenen Bäume müssen, so lange der Käfer noch nicht ausgeflogen ist, eingeschlagen und umgehend aus dem Wald gebracht werden.

In unseren Wäldern liegen auch noch gebrochene und geworfene Fichtenstämme aus dem letzten Winter, die der Borkenkäfer als Erstes anfliegt, weil sie für ihn attraktiv riechen. Diese müssen ebenfalls schnellstens aufgearbeitet und aus dem Wald verbracht werden, um dem Käfer bruttaugliches Material zu entziehen. Spätestens wenn sich Einbohrlöcher und Bohrmehl finden, bleibt nur noch ein etwa vierwöchiges Zeitfenster zur Bekämpfung. Betroffene Waldbesitzer informieren am besten auch Ihre Nachbarn, falls Sie dort Käferholz entdecken, denn der Käfer macht nicht vor Grundstücksgrenzen halt!

Regelmäßige Kontrolle der Fichtenbestände auf Befallsspuren ist das oberste Gebot. Bei trockener Witterung weist braunes Bohrmehl vor allem auf Rindenschuppen und in Spinnweben auf Befall durch Käfer hin. Die Bäume müssen möglichst schnell entnommen werden und mindestens 500 Meter weg von Fichtenbeständen oder direkt ins Sägewerk gebracht werden. So wird verhindert, dass der Käfer ausfliegt und gesunde Bäume befällt. Diese insektizidfreie Bekämpfung ist effizient, ökologisch sinnvoll und wird auch in diesem Jahr vom Freistaat gefördert!

Wer nicht selbst in der Lage ist die Arbeiten durchzuführen, kann sich an die örtliche Waldbesitzervereinigung wenden oder einen geeigneten Unternehmer mit der Durchführung beauftragen.

Weitere Informationen finden Interessierte auch im Internet im Waldbesitzerportal oder im Borkenkäferinfoportal (www.borkenkaefer.org). Dort gibt es einen Link zur interaktiven Risikogebietskarte. Hier ist für jeden Landkreis, auch Kelheim, die Gefährdungslage abgebildet die auf Beobachtungen von Fangzahlen in Borkenkäferfallen vor Ort beruht.


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