08.04.2019, 16:00 Uhr

Informationsveranstaltung in Siegenburg Der Schutz von Boden und Gewässern soll verbessert werden

Klaus Blümlhuber, Felix Schmitt, Konrad Dichtl, Michael Kreiner, Dr. Johann Bergermeier, Maximilian Frank, Dr. Joachim Hamberger, Siegfried Schneeweis-Müller. (Foto: AELF Abensberg)Klaus Blümlhuber, Felix Schmitt, Konrad Dichtl, Michael Kreiner, Dr. Johann Bergermeier, Maximilian Frank, Dr. Joachim Hamberger, Siegfried Schneeweis-Müller. (Foto: AELF Abensberg)

Bei einer Informationsveranstaltung des Marktes Siegenburg stellten Behördenvertreter Möglichkeiten und Risikovermeidungen von Erosionsschäden vor:

SIEGENBURG Bodenabtrag und Verschmutzung von Gewässern stellt ein immer größeres Problem dar. Welche Lösungen gibt es? Dies wurde bei einer Info-Veranstaltung in Siegenburg mit Bürgern aus den Ortsteilen Nieder- und Oberumelsdorf sowie Tollbach und Behördenvertretern diskutiert. Bürgermeister Dr. Bergermeier hatte dazu das AELF Abensberg, das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern) und den Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V. eingeladen.

Abteilungsleiter Michael Kreiner und Maximilian Frank vom ALE Niederbayern stellten das von der Staatsregierung geförderte Projekt „boden:ständig“ vor. Das seien finanzielle Mittel zum Bau von Rückhaltebecken oder Gelder zum Ankauf von Pufferstreifen, die der Versickerung dienen. Sie betonten aber auch, dass „boden:ständig“ nur dann erfolgreich ist, wenn die Landwirte selbst aktiv werden und ihre Bewirtschaftung auf dem Feld anpassen. „,boden:ständig‘ ist kein Bauprojekt, sondern es soll Anreiz geben die Bewirtschaftung auf den Äckern umzustellen, die wir mit finanzieller Förderung technischer Mittel unterstützen“, betonte Kreiner.

Joachim Hamberger, der neue Leiter des AELF Abensberg, betonte, dass die Region stark gegen Erosion gefährdet sei. Dies liege an der besonderen Kombination von Bodenart, den Sonderkulturen Hopfen und Spargel und den zunehmenden Starkregenereignissen durch den Klimawandel. Der Boden ist das wichtigste Kapital der Bauern und damit auch das wichtigste Erbe für ihre Kinder. Deshalb müssen sie ein Eigeninteresse haben dieses möglichst intakt weiterzugeben. Die Behörden stellten Beratung und Förderung zur Verfügung, aber aktiv werden und die Lösungen erarbeiten und vor allem dann mittragen, müssten die Landwirte.

Klaus Blümlhuber vom Landschaftspflegeverband VöF und Planer Felix Schmitt haben im Landkreis schon acht „boden:ständig“-Projekte in Bearbeitung. Es gehe darum das Wasser schon im Feld und am Oberhang zu halten und zu versickern, sodass es möglichst überhaupt nicht ins Fließen komme, so Blümlhuber. Felix Schmitt sprach über verschiedene Projekte, die er mit den örtlichen Bauern geplant habe. Ihr Wissen und ihr Mitarbeiten sei für ein erfolgreiches und tragfähiges Konzept die Grundvoraussetzung. Nie sei nur einer der „Schuldige“, schon gar nicht die Gemeinde. Es gehe darum gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu handeln, um Schäden erst gar nicht entstehen zu lassen.

Konrad Dichtl, Landwirt aus Mühlhausen, stellte seinen Beitrag zum dortigen „boden:ständig“-Projekt vor. Sein Acker sei künftig durch einen Damm begrenzt, sodass dieser im Starkregenfall für einige Stunden eine Pufferfläche biete und überflutet werde. Dadurch werde der Ort Mühlhausen entlastet, der Flächenverbrauch sei minimal, er könne weiter den Acker bewirtschaften und es sei kein Auffangbecken nötig, das nur Pflegekosten verursache. Wenn ein Schaden durch das Wasser an seiner Feldfrucht entstehe, werde dies durch die Gemeinde entschädigt, das sei zudem auch billiger für die Gemeinde, als der Ausbau und der Unterhalt großer Regenrückhaltebecken. Zum Abschluss betonte er, man müsse auch solidarisch an die denken, die dann das Wasser im Keller haben. Vom Projekt „boden:ständig“ profitiere die Gemeinschaft und das Bild der Landwirtschaft werde sehr verbessert.

Landwirtschaftsdirektor Siegfried Schneeweis-Müller betonte in der Diskussion, dass sehr viel schon auf dem Acker machbar sei. Durch Wahl der Feldfrucht sei zum Beispiel die Regenwurmaktivität und die Durchwurzelung steuerbar. Das trage zum besseren Versickern bei.

Am Ende trugen sich interessierte Anwesende in Listen ein, um an einem ersten Arbeitstreffen teilzunehmen. Bürgermeister Bergermeier war zufrieden und bedankte sich für das Interesse der Bürger eine Lösung mit Hilfe der Fachleute zu erarbeiten.


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