24.02.2019, 22:02 Uhr

Initiative Umweltminister wünscht sich durch mitgebrachte Behältnisse „mehr Mehrweg im Handel“

(Foto: racorn/123RF)(Foto: racorn/123RF)

Bayern setzt auf Mehrweg statt Einweg: Nach den Coffee-to-go-Bechern nimmt das Bayerische Umweltministerium jetzt auch andere Einweg-Verpackungen ins Visier.

BAYERN Dazu wird das Ministerium eine neue Initiative mit dem Handel ins Leben rufen. Aktuell wurde zudem ein Merkblatt veröffentlicht. Es zeigt, wie im Einzelhandel von Kunden mitgebrachte Behältnisse mit Lebensmitteln sicher und hygienisch befüllt werden können. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu am Sonnag, 24. Februar, in München: „Die besten Abfälle sind die, die gar nicht erst entstehen. Abfallvermeidung ist ein wesentliches Element einer modernen Kreislaufwirtschaft. Jeder kann selbst etwas gegen den Konsummüll tun. Coffee-to-go im Mehrwegbecher soll selbstverständlich werden. Auch viele andere Lebensmittel können in von Kunden mitgebrachten Mehrwegbehältern eingekauft werden. Mit Partnern aus Wirtschaft, Kommunen und Verbänden arbeiten wir dafür an Lösungen. Ein wichtiger Baustein ist unser neues Merkblatt für den Handel. Es soll dazu beitragen, dass die alltäglichen Mengen an Kunststoffabfällen weiter abgebaut werden.“ Der Ministerrat hat dazu im Januar ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen: Kunststoffe sollen insgesamt reduziert und durch bessere Alternativen ersetzt, unnötige Kunststoff-Abfälle vermieden werden. Eine gemeinsame Initiative mit der Wirtschaft zur Verringerung von Kunststoffeinträgen in die Umwelt ist ein wichtiger Baustein des Maßnahmenpakets.

In der Folge der jüngsten Sitzung des Runden Tisches zur Reduzierung der Einwegbecher mit rund 40 Teilnehmern wurde bereits Ende 2018 beschlossen, im Frühjahr neben den Einwegbechern auch die Verpackungen im Handel sowie das Wegwerfen von Müll in die Umgebung („Littering“) anzugehen. Dafür sollen Konzepte entwickelt und Partner gewonnen werden.

Den Ersatz von Einwegbechern durch Mehrwegbecher haben die Teilnehmer des Runden Tisches – darunter die Deutsche Bahn AG, die Flughafen München GmbH, Tankstellen, Systemgastronomie und der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA – bereits aktiv auf den Weg gebracht: mit eigenen Mehrwegbechern, Kooperationen und Preisnachlässen für Kunden, die keinen Einwegbecher brauchen. Zur Abgabe von Heißgetränken in mitgebrachten Mehrwegbechern hat der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL), auf Anregung des Runden Tisches eine bundesweit gültige Hygiene-Leitlinie erarbeitet. Das Merkblatt des Umweltministeriums sowie die Hygiene-Leitlinie des BLL enthalten praktische Empfehlungen für die Befüllung mitgebrachter Becher und Gefäße. Beispielsweise wird im Merkblatt des Ministeriums darauf hingewiesen, aus welchen Materialien die Gefäße sein sollten oder wie die Lebensmittelunternehmer für ausreichende Hygiene beim Befüllen sorgen können.


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