19.11.2018, 13:14 Uhr

Leader-Projekt Das „Altmühltaler Weiderind“ stößt auf großes Interesse

Altmühltaler Weiderind. (Foto: VöF)Altmühltaler Weiderind. (Foto: VöF)

Das im Spätsommer gestartete Projekt zur Etablierung eines „Altmühltaler Weiderinds“ stößt bei Landwirten und bei handwerklich arbeitenden Metzgereibetrieben auf ein reges Interesse, wie Christoph Würflein als Geschäftsführer des Naturparks Altmühltal zusammen mit Klaus Blümlhuber, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Kelheim VöF, mit Zufriedenheit jetzt feststellen konnten.

KELHEIM/EICHSTÄTT Das mit den ersten Vorerhebungen im Rahmen eines LEADER-Kooperationsprojektes beauftragte Fachbüro konnte vor dem Hintergrund zahlreicher eingegangener Interessensbekundungen eine erste Prognose abgeben. Die Anzahl der interessierten Landwirte, die in ein solches Projekt einzubindenden möglichen Weide- und Futterflächen sowie der Bestand an robusten Weiderinder-Rassen sind jetzt Anlass, die Vermarktungsinitiative voranzutreiben.

Bisher wurde eine erste Erhebung von Grunddaten vorgenommen, die derzeit im Detail mit den eingegangenen Interessensbekundungen ausgewertet werden. In einer ersten Runde nahmen Fachleute aus dem Bereich der Rinderhaltung und des Naturschutzes diese vorläufigen Ergebnisse unter die Lupe. Auch diese Arbeitsgruppe hat dazu ermuntert, die Vermarktungsinitiative jetzt konkret anzugehen. Denn in der extensiven Rinderhaltung und der mit ihr verbundenen Offenhaltung von ökologisch wertvollen Flächen stecken eine Menge von Perspektiven, die bereits an anderen Standorten in Bayern zum Nutzen der beteiligten Landwirte, aber auch der Landschaftspflege mit Erfolg umgesetzt werden konnten. Dazu zählen beispielsweise Projekte wie das Jura-Distel-Weiderind in unmittelbarer Nachbarschaft, das Weideland Frankenwald oder auch die Weiterentwicklung des Murnau-Werdenfelser Rinds als alte Regional-Rinderrasse.

Es zeichnet sich beim „Altmühltaler Weiderind“ ab, dass es – wie auch beim „Altmühltaler Lamm“ – keine an die Region unmittelbar angepasste Rinderrasse mehr gibt. Das früher hier einmal weit verbreitete „Kelheimer Rind“ ist leider ausgestorben. Daher werden unter der künftigen Marke „Altmühltaler Weiderind“ robuste Weiderinderrassen gemeinsam gebündelt, die den naturschutzfachlichen Zielen des Naturparks dienen, gleichwohl aber auch den Landwirten den erforderlichen Deckungsbeitrag bieten.

Auch für die interessierten Metzgerei- und Schlachtbetriebe kann sich mit dieser neuen Marke eine attraktive Erweiterung ihrer Qualitätsfleisch-Angebote eröffnen. Mit den Metzgern wird daher – wie auch mit den Landwirten – darüber zu sprechen sein, in welcher Form bei einem solchen Projekt auch dem Tierwohl-Anspruch Rechnung getragen werden kann, der von den Konsumenten immer stärker thematisiert und eingefordert wird. Ein wichtiger Punkt dabei sind insbesondere die Schlachtmöglichkeiten in der Region. All diese Fragen müssen sowohl rechtlich wie auch organisatorisch auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden, ehe dazu eine breite Diskussion mit den interessierten Landwirten und Metzgern erfolgen kann. Mit der Gastronomie und dem Handel werden die notwendigen Gespräche begonnen, wenn es klare Rahmenbedingungen gibt, die aber zunächst auf der Ebene Landwirtschaft-Schlachtung-Metzgerei abgearbeitet werden müssen.

Interessierte Landwirte und Metzger aus dem Naturpark Altmühltal, dem näheren Umgriff des Naturparks oder aus ökologisch wertvollen Weidegebieten im Landkreis Kelheim, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, werden um eine kurze, formlose Interessensbekundung gebeten. Interessenten melden sich bitte direkt beim Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e. V. unter der Telefonnummer 09441/ 207-7320 oder per Mail an info@voef.de.


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