29.09.2018, 21:11 Uhr

Donaubarsch Neues Artenschutzzentrum startet erstes Projekt im Landkreis Kelheim

Foto: justgrin03/123rf.com (Foto: justgrin03/123rf.com)Foto: justgrin03/123rf.com (Foto: justgrin03/123rf.com)

Bayern setzt auf Artenschutz über und unter Wasser. Neuester Baustein in der Öko-Firewall und gleichzeitig erstes Projekt des neuen Bayerischen Artenschutzzentrums in Augsburg ist ein Artenhilfsprogramm für den Zingel – einen Donaubarsch.

LANDKREIS KELHEIM Umweltminister Dr. Marcel Huber stellte in München heraus: „Die Naturoffensive Bayern wird mit konkreten Projekten Realität. Unsere heimischen Arten sind ein Stück bayerischer Geschichte. Der Schutz von Arten und Lebensräumen geht alle an. Das gilt umso mehr, wenn es diese Art wie den Zingel nur im Donaueinzugsgebiet gibt und hier mittlerweile extrem selten ist. Ich freue mich sehr, dass das neue Artenhilfsprogramm diesem Donaubewohner eine neue Zukunft bietet. Der Zingel hat einen hohen Anspruch an sein Zuhause und ist damit auch ein wichtiger Indikator für gute Wasserqualität und ein intaktes Ökosystem.“ Die Jungtiere wurden von Experten des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Wielenbach (Landkreis Weilheim-Schongau) aufgezogen und jetzt im Abschnitt zwischen Neustadt und Kelheim ausgesetzt. Hier konnte in den letzten Jahrzehnten keine Zingel nachgewiesen werden. Claus Kumutat, Präsident des LfU, betonte bei der Besatzmaßnahme: „Wir nutzen unser Know-how, um bedrohte Fischarten in Bayern wieder anzusiedeln. Der Zingel stellt hohe Ansprüche an die Gewässerqualität. Findet er gute Lebensbedingungen, geht es auch vielen anderen Pflanzen und Tieren in unseren Gewässern gut.“

Der Zingel gehört zu den Donaubarschen. Er hat einen langgestreckten fleckigen gelb bis sandbraunen Körper mit markanter Rückenflosse und misst durchschnittlich 15 bis 25 cZentimeter. Der Zingel kommt weltweit nur im Donau- und Dnjestr-Einzugsgebiet vor, ist aber beispielsweise durch den Bau von Staustufen oder verschlammte Kiesbänke stark bedroht. Restbestände existieren in der oberpfälzischen und niederbayerischen Donau. Durch die Maßnahmen des Freistaats Bayern insbesondere zur Verbesserung der Gewässerstruktur wird vielerorts eine natürliche Fließgewässerdynamik wiederhergestellt. So werden die für den Zingel lebenswichtigen Kiesbänke wieder von Feinsedimenten befreit.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.stmuv.bayern.de.


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