24.09.2018, 12:00 Uhr

Der Landkreis informiert Plastik in der Biotonne – nicht mit uns!

(Foto: Endl Sonja/Landkreis Kelheim)(Foto: Endl Sonja/Landkreis Kelheim)

Wer kennt es nicht, das alte Sprichwort: Früher war alles besser! Bestimmt nicht in jedem Fall, aber für unseren Kompost trifft das sicher zu. Lange Zeit hat der Komposthaufen hinterm Haus oder auf dem Bauernhof bestens funktioniert. Dass man dort etwas anderes als Bioabfälle hineinwirft – damals wäre sicher keiner auf diese Idee gekommen.

LANDKREIS KELHEIM Bereits Anfang der 90er-Jahre hat der Landkreis Kelheim die Biotonne eingeführt, um die anfallenden Bioabfälle im natürlichen Stoffkreislauf zu erhalten. Umweltbewusste Bürger haben sich daraufhin eine Biotonne aufstellen lassen, um ihren Beitrag zur Abfallvermeidung zu leisten. Der Gesetzgeber hat ab 1. Januar 2015 den Biomüll zwingend aus der Restmülltonne verbannt. Seit dem müssen alle, die ihren Biomüll nicht selbst oder über einen Komposthaufen verwerten können, diesen über die Biotonne der Verwertung zuführen.

Biomüll ist die Mutter aller Abfallarten, noch dazu sehr wertvoll und gut für vieles: Düngemittel und Biogas. Bis der Mensch den Kunststoff und noch viele andere Sachen erfunden hat, hat dieser natürliche Stoffkreislauf über tausende von Jahren reibungslos und prima funktioniert. Gegenwärtig haben wir aber offensichtlich Probleme damit, den Biomüll möglichst sauber und ohne Geruchsentwicklung vom Haushalt in die Biotonne zu bringen und dort einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen zwischenzulagern. Wohl deshalb deponieren viel zu viele ihren Biomüll per Plastikbeutel oder ähnlichem in der Biotonne. Doch Plastiktüten sind Kunststoffe und stellen im Biomüll einen stoffstrombelastenden Störstoff dar.

An der Supermarktkasse befindet sich die Plastiktüte auf dem Rückmarsch, nachdem man ihr den Kampf angesagt hat. Leider ist sie in der Biotonne unverändert präsent und verunreinigt damit Millionen Tonnen von Kompostdünger und Flüssigsubstrat in ganz Deutschland, obwohl sie dort gar nicht hingehört. Das stellt die Biomasseverwerter vor große Probleme. Trotz vielfältiger Sortieranstrengungen besteht kaum eine Chance, alle Kleinstpartikel an Kunststoff aus dem Kompostmaterial herauszuholen und so reichern sich letztendlich auch auf diesem Weg immer mehr Kunststoffe und insbesondere Mikropartikel an: im Boden, im Grundwasser und in der Nahrungskette – mit all den schädlichen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt. Zwischenzeitlich hoffte man, dass Biobeutel auf Stärkebasis eine Alternative zum Plastikbeutel wären. Leider bauen diese sich zu langsam ab und sind deshalb bei der Kompostherstellung kaum von der Plastiktüte zu unterscheiden. Weshalb sie genauso energieintensiv aussortiert werden müssen.

Eine echte Alternative bietet sich stattdessen mit Papier, Papiertüten (unbeschichtetes, reines Papier) oder Küchenkrepp. „Unser Tipp: Sstellen Sie – quasi als Zwischenlager – in der Küche ein Vorsortiergefäß in der Größe von circa fünf bis zehn Liter auf und wickeln Sie den anfallenden Bioabfall möglichst trocken in Papier, in eine Papiertüte oder in Küchenkrepp ein. Dann kann so ein Vorsortiergefäß schon mal zwei bis drei Tage in der Küche stehen, ohne dass es unangenehm riecht.“

Gelegentlich sollte man auch die Biotonne nach der Leerung auswaschen und trocknen lassen. Um unangenehme Gerüche am Tonnenboden möglichst zu vermeiden, raten wir dazu, etwas zerknülltes Papier locker auf den Boden zu legen. Gibt man eine Schicht Erdreich auf den Tonnenboden, werden eventuell entstehende Maden am Boden gehalten. Hin und wieder Zweige oder Grünschnitt aus dem Garten als Zwischenlage verschaffen im Zuge der Befüllung genug Luft und vermeiden üble Gerüche. Auch können die Sickersäfte am Tonnenboden so verringert werden. In den Sommermonaten sollte die Biotonne zudem bevorzugt an einem kühlen, schattigen Standort stehen. Je weniger Flüssigkeit in die Biotonne gelangt, desto weniger Probleme mit festgefrorenem Inhalt ergeben sich im Winter.

„Mit diesen Tipps haben Sie eine bessere Biotonne und leisten gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Schonung unserer Umwelt“, so das Landratsamt.


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