30.08.2018, 23:08 Uhr

Klimatisierung im Bienenstock Große Hitze stellte auch Imker vor bislang unbekannte Probleme

Thomas Scharlach, Johanna Werner-Muggendorfer, Ruth Müller, Horst Pinsker, Karsten Wettberg. (Foto: Büro Werner-Muggendorfer)Thomas Scharlach, Johanna Werner-Muggendorfer, Ruth Müller, Horst Pinsker, Karsten Wettberg. (Foto: Büro Werner-Muggendorfer)

Die Bienen von acht Völkern schwirren um die beiden Landtagsabgeordneten Ruth Müller und Johanna Werner-Muggendorfer und den Kreisrat Karsten Wettberg. Die SPD-Politiker sind nach Mainburg in das „Bienenhaus“ gekommen, um sich von den beiden Experten Thomas Scharlach und Martin Winterhalter vom Bienenzucht- und Obstbauverein Enzelhausen über die Lage der Imkerei in und um Mainburg informieren zu lassen.

MAINBURG Auf die Frage, was sie bei der Imkerei für die wichtigste Aufgabe halten, antworten die beiden Abgeordneten unisono die Gesundheit der Bienen – und Thomas Scharlach stimmt ihnen zu. Er versteht die Aufgabe des „Bienenhauses“ des Weiteren darin, den Menschen, insbesondere Kindern, Informationen über die Imkerei und natürlich über die Bienen zu vermitteln. An der Begeisterung in seiner Stimme erkennt man: Dieser Mann brennt für seine Summer. Die Hitze, die von den Bienen in diesem Sommer ausgehalten werden musste, hat ihn und seine Kollegen vor in dieser Dimension bislang unbekannte Probleme gestellt. Die Klimatisierung eines Bienenbaus ist eine komplexe Angelegenheit. Doch ist es eben nicht zuletzt Imkern wie ihm zu verdanken, dass es nach dem Bienensterben der letzten Jahre überhaupt noch so viele der gestreiften Pollensammler gibt.

Wenigstens sei das Thema jetzt langsam in den Köpfen der Menschen angekommen, so Ruth Müller. Auf die Initiative der bienenpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion wurde ein Flyer produziert, der unerwarteten Anklang fand. „Das gab es vorher so noch nicht“, freut sich die Abgeordnete. Der Flyer musste bereits vier Mal nachgedruckt werden, um die Nachfrage zu decken.

Neue Bienenvölker haben es nicht immer leicht, sie bekommen von ihren Artgenossen gerade einmal genug Nahrung für vier Tage mit auf den Weg. Wenn sie es in dieser Zeit schaffen, sich selber eine Versorgung aufzubauen, dann ist es gut. Wenn nicht, „dann eben nicht“, so Scharlach. Sein Verein leistet dabei wichtige Arbeit zur Unterstützung der Tiere, Arbeit, die seiner Meinung nach nicht ausreichend durch Förderungen durch den Staat gewürdigt wird. Die anwesenden SPD-Politiker stimmen ihm zu. Besonders die ungerecht verteilten Förderungen stoßen dem Bienenenthusiasten auf. Die beiden Vereinsgänger schlagen eine einheitliche und gerechte Förderung von 50 Euro pro Jahr und Bienenvolk vor.

Werner-Muggendorfer, die früher bereits selber als Imkerin tätig war, will auf jeden Fall wieder einsteigen und dafür auch entsprechende Kurse belegen. Scharlach und Winterhalter würden sich freuen, die Neustädterin bei sich begrüßen zu können.


0 Kommentare