23.08.2018, 19:57 Uhr

Bewässerung in der Landwirtschaft Rosi Steinberger fordert „nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung“

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

In diesem heißen Sommer wird es offenbar: Manche Kommunen haben Schwierigkeiten, die nötige Wassermenge für die Versorgung der Bevölkerung bereit zu stellen. Dieses Wasser wird in der Regel aus dem Grundwasser entnommen. Dort gibt es aber immer häufiger eine deutliche Konkurrenz: die Wasserentnahme der Landwirtschaft zur Bewässerung.

NIEDERBAYERN Auf Beschluss des Landtags hat das Umweltministerium nun einen Bericht zur Förderung von Bewässerungsprojekten gegeben. Entscheidend sei, bereits heute zielgerichtete Maßnahmen für eine nachhaltige und umweltgerechte Nutzung der Wasserressourcen in Bayern zu ergreifen, so Umweltminister Dr. Marcel Huber. „Dem schließe ich mich an“, sagt Rosi Steinberger, Abgeordnete der Grünen im bayerischen Landtag. „Die Frage ist nur: Was ist im Angesicht des Klimawandels nachhaltig?“ Regional sei ein sinkender Trend zur Grundwasserneubildung vorhanden, so das Ministerium. Wassersparende Techniken werden empfohlen. Je nach Ausprägung der Trockenheit könne auch eine Begrenzung der Wasserentnahme angeordnet werden.

Das Umweltministerium hat einige Gebiete benannt, in denen besonders viel bewässert wird. Dort sollen entsprechende Nutzungskonzepte erarbeitet werden. Bisher konzentriert sich das LfU auf den Regierungsbezirk Unterfranken. „Es ist aber notwendig, alle Bewässerungsschwerpunkte zu beleuchten“, sagt Steinberger. In Niederbayern gibt es drei von sechs Schwerpunktgebieten in Bayern, so das Ministerium. Der Gäuboden, die Hallertau und die Osterhofener Platte mit dem unteren Vilstal sind als bewässerungsintensiv eingestuft. „In diesen Regionen muss unbedingt überall ein Konzept zur nachhaltigen und umweltverträglichen Wassernutzung erstellt werden“, so Steinberger. Bisher gibt es nur einzelbetriebliche Genehmigungen für die Wasserentnahme. „Es hilft aber nichts, immer mehr Wasserentnahmemengen zu genehmigen, wenn die gesamte Region außen vor bleibt“, so Steinberger. Und noch dazu gibt es offenbar immer noch Grundwasserentnahmebrunnen, die keinen Wasserzähler besitzen. So zum Beispiel in Aldersbach. „Es kann nicht sein, dass die entnommene Menge nicht erfasst wird“, meint Rosi Steinberger. Dann helfen alle Genehmigungen nichts, wenn sie nicht kontrollierbar sind.

Darüber hinaus fordert Steinberger flächenmäßige die Überprüfung es Grundwasserstandes mit Pegelbrunnen und eine Beschränkung der Entnahmemenge, wenn der Grundwasserpegel zu weit absinkt. „Eigentlich ist es ein Unding, dass immer noch mit breitem Strahl bewässert werden darf, so verschwendet man viel zu viel Wasser, das wir dringend brauchen“, so Steinberger abschließend.


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