08.08.2018, 09:54 Uhr

Gefahren auf dem Flug ins Winterquartier Weißstörche aus dem Landkreis Pfaffenhofen wurden mit Satellitensendern ausgestattet

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Die ersten jungen Weißstörche stehen bereits in den Startlöchern für ihre erste Reise von Bayern in das Winterquartier. So sind die Zugvögel derzeit öfter in Gruppen auf Feuchtwiesen zu beobachten. Mithilfe von Satellitensendern will der LBV herausfinden, wohin die bayerischen Jungstörche fliegen.

LANDKREIS PFAFFENHOFEN AN DER ILM Seit 2014 werden deshalb regelmäßig junge Störche besendert. Dieses Jahr konnten fünf neue Jungstörche mit einem Sender ausgestattet werden. Der LBV ist nun gespannt, welche Route und welches Winterquartier die heuer geschlüpften Störche auf ihrer ersten Reise in den Süden wählen. „Mit den Senderstörchen können wir ihr Verhalten aufzeichnen und wichtige Nahrungsräume erkennen, genauso aber auch potentielle Gefahren auf dem Weg in die Winterquartiere“, erklärt die LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding. Die Zugroute der jungen besenderten Störche lässt sich live verfolgen unter www.lbv.de.

„Erst vor Kurzem konnten wir im Landkreis Pfaffenhofen fünf junge Weißstörche mit Satellitensender ausstatten“, so die LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding. Der Sender wird wie ein Rucksack getragen und wiegt nur 57 Gramm, was etwa zwei Prozent des Eigengewichts eines Storchs entspricht. Die solarbetriebenen Satellitensender der neuesten Generation können ein Storchenleben lang die exakten Aufenthaltsorte, Fluggeschwindigkeiten, Flughöhen und sogar dreidimensionale Beschleunigungsdaten aufzeichnen und an die Datenbank zur Erfassung schicken. „Mit den Senderdaten können beispielsweise auf den Zugrouten Gefahren, wie nach oben geöffnete Wassertürme, Stromleitungen oder Windparks aufgespürt und wichtige Rastplätze geschützt werden“, so Wieding.

Schon bald wird sich der Familienverband auflösen: Die jungen Weißstörche fliegen in den meisten Fällen vor ihren Eltern ab und schließen sich durchziehenden Trupps an. „Nachdem die Jungstörche noch einige Tage vor Ort die Futtersuche von den Altvögeln gelernt haben, konnten wir bereits die ersten Ausflüge in die weitere Umgebung beobachten“, erzählt die LBV-Weißstorchexpertin.

Hintergrund

Mit der Besenderung von acht jungen Weißstörchen aus Franken im Jahr 2014 startete das Projekt in enger Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell. 2015 und 2016 wurden nochmals insgesamt sechs Jungstörche im Landkreis Bamberg und acht junge Weißstörche in Oberbayern im Landkreis Pfaffenhofen mit einem Satellitensender ausgestattet.


0 Kommentare