07.05.2018, 11:56 Uhr

Befürchtungen werden wahr Der Borkenkäfer greift wieder an!

(Foto: Bayerische Forstverwaltung)(Foto: Bayerische Forstverwaltung)

Die Experten hatten es vorhergesagt und die Waldbesitzer es befürchtet: Der Borkenkäfer wird die Fichtenbestände auch 2018 wieder massiv bedrohen.

LANDKREIS KELHEIM Nach dem außerordentlich hohen Käferbefall im vergangenen Jahr, der in der Anlage einer vierten Generation gipfelte, konnte man davon ausgehen, dass eine sehr hohe Käferpopulation überwintert hat. Viele Befallsstellen aus dem vergangenen Jahr sind noch nicht aufgearbeitet worden, da die Waldbesitzer wegen der nassen Witterung oft nicht in den Beständen arbeiten konnten. Dazu kamen mehrere Sturmereignisse, die vorrangig bearbeitet werden mussten. Das sehr warme und trockene Wetter im April spielt dem Käfer zusätzlich in die Karten. Seit Ende April beobachten wir starken Schwärmflug, der bisher vor allem zu massivem Befall von liegendem Holz geführt hat. Erster Stehendbefall wird aber ebenfalls bereits gemeldet.

Was bedeutet das für den Waldbesitzer?

Regelmäßige Kontrolle der Fichtenbestände auf Befallsspuren, Bohrmehlsuche bei trockener Witterung vor allem auf Rindenschuppen, Moos, Spinnweben, die Entnahme der befallenen Bäume:Je nach Witterung bleiben etwa vier bis sechs Wochen Zeit, bis die Jungkäfer ausfliegen. Und: Unschädlichmachen der Käferbrut: Der rasche Abtransport ins Sägewerk ist die eleganteste Lösung. Ist das nicht in der gebotenen Zeit möglich, können die Stämme mind. 500 Meter außerhalb von Fichtenbeständen gelagert werden. Spritzung (lagenweise Polterspritzung) mit zugelassenem Insektizid, wenn andere Maßnahmen nicht oder nicht mehr möglich sind. Das Käferholz sollten nur fachlich versierte Waldbesitzer selbst aufarbeiten. Im Zweifelsfall stehen entsprechend ausgebildeten Fachleuten zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Interessierte auch im Internet im Waldbesitzerportal oder im Borkenkäferinfoportal. Dort gibt es einen Link zur interaktiven Risikogebietskarte. Hier ist für jeden Landkreis die Gefährdungslage, basierend auf den Prognosefängen in Pheromonfallen und den Beobachtungen vor Ort, dargestellt. Dabei bedeutet die Farbe Grün, dass keine Warnstufe vorliegt und alle vier Wochen exponierte Bestandsränder und Randbereiche ehemaliger Käferlöcher kontrolliert werden sollen. Bei der gelben Warnstufe sollen alle drei Wochen die Bestandsränder, die Randbereiche der ehemaligen Käferlöcher, Flächen mit Wind/Schneebruch und Trockenschäden kontrolliert werden. Ist die rote Gefährdungsstufe erreicht, muss auch im Bestand kontrolliert werden. Befallene Flächen im wöchentlichen Turnus, gefährdete Flächen alle zwei Wochen. Die höchste Gefährdungsstufe mit akutem Befall ist rot mit schwarzen Strichen dargestellt und bedeutet, dass eine Massenvermehrung stattfindet und großflächige Schäden möglich sind. Befallenes Holz muss sofort aufgearbeitet werden und die Bestände müssen wöchentlich kontrolliert werden.

Bei Fragen können sich Interessierte an die Förster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oder die jeweilige Waldbesitzervereinigung bzw. Forstbetriebsgemeinschaft wenden.


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