22.03.2018, 15:13 Uhr

Thema der Klärschlammtrocknung Energieeffizienz-Netzwerk tagte auf der Kläranlage – Abensberg als „Vorbild eines effizienten Kläranlagenbetriebs“

(Foto: Knott/Stadt Abensberg)(Foto: Knott/Stadt Abensberg)

Auf der Kläranlage in Abensberg wurden in den letzten sechs Jahren umfangreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung und Steigerung der Energieeffizienz durchgeführt. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird unter anderem dazu führen, dass der künftige Stromverbrauch der Anlage um mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Anlagenzustand im Jahr 2008 gemindert wird.

ABENSBERG Von stetig steigenden Kosten auf Kläranlagen ist nahezu jede Kommune betroffen. Aus diesem Grund haben sich die Teilnehmer des Energieeffizienznetzwerks dazu entschlossen, das 3. Netzwerktreffen am 08.03.2018 auf der Kläranlage Abensberg durchzuführen und rund um das Thema „Energieeffizienzsteigerung auf Kläranlagen und Möglichkeiten der regionalen Klärschlammtrocknung“ zu tagen.

Hans Schmid, Werkleiter der Stadtwerke Abensberg (SWA), begrüßte die 20 Teilnehmer und gab einen Überblick zur Stadt sowie den Stadtwerken Abensberg. Maximilian Conrad, Mitarbeiter des Instituts für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden, stellte die Agenda des Netzwerktreffens vor und betonte die bayernweit flächendeckende Problematik der Kläranlagen in Bezug auf steigende Kosten für Energie und Klärschlammentsorgung.

Michael Kastner, Mitarbeiter vom Institut für Energietechnik, zeigte im Anschluss auf, welche Möglichkeiten zur Reduzierung der Kosten für die Klärschlammentsorgung bestehen. Dies verdeutlichte er auf Basis des regionalen Energiekonzepts zur thermischen Klärschlammverwertung im Landkreis Bamberg, welches im Jahr 2017 ausgearbeitet wurde. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass mehrere potentielle Standorte zur zentralen und dezentralen thermischen Klärschlammverwertung mit Nutzung bestehender Abwärmepotenziale zur Verfügung stehen. Eine erste wirtschaftliche Grobprüfung bestätigt, dass diese Verwertungswege konkurrenzfähige Alternativen zur landwirtschaftlichen Entsorgung sind. Stoffliche Verwertungsmöglichkeiten bieten zudem die Chance, zukunftsweisende Technologien einzusetzen, mit Hilfe derer die Wirtschaftlichkeit der Klärschammverwertung nochmals verbessert werden kann.

Was bisher geschah

Wolfgang Neumayer vom Ing. Büro Neumayer und Ing. Büro Ferstl, präsentierte im Anschluss konkret die während der letzten sechs Jahre umgesetzten Effizienzmaßnahmen auf der Kläranlage Abensberg. Diese Maßnahmen umfassten unter anderem eine grundlegende Erneuerung der Belüftungstechnik, der Kompressoren, der Rührwerke sowie den Aufbau einer Schlammentwässerung bzw. Eindickung zur Reduktion der Klärschlammmenge.

Das Netzwerktreffen endete mit einer Führung durch Konrad Ettengruber, Betriebsleiter der Kläranlage Abensberg, bei welcher die umgesetzten Effizienzmaßnahmen vor Ort betrachtet werden konnten. Die Vielzahl an Fragen sowie der intensive Austausch der 20 Teilnehmer der Netzwerkkommunen verdeutlichten die stetig steigende Brisanz steigender Energie- und Klärschlammentsorgungskosten. Das Institut für Energietechnik schreibt: „Durch die Vielzahl an umgesetzten Effizienzmaßnahmen sowie den frühzeitigen Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Ausbringung des Klärschlamms hat die Stadt Abensberg eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen und dient als Vorbild eines effizienten Kläranlagenbetriebs.“

Hintergrund zum Energieeffizienz-Netzwerk

Im September 2017 wurde das Energieeffizienznetzwerk mit Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) offiziell gegründet. Teilnehmende Kommunen sind die Gemeinde Biburg, die Gemeinde Train, die Gemeinde Wildenberg, die Stadt Abensberg, die Stadt Hersbruck, die Stadt Mainburg sowie die Stadt Marktredwitz. Netzwerkträger ist das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE). Die Kommunen versprechen sich aus dem dreijährigen Projekt zum einen konkrete, fachlich wichtige Impulse zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Steigerung der Energieeffizienz durch die technisch-wissenschaftliche Beratung des IfE. Zum anderen wollen die Partner voneinander lernen und sich über die realisierten Projekte austauschen.

Das nächste Netzwerktreffen ist für den 19. Juni angesetzt.


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