28.02.2018, 12:32 Uhr

Halbseitige Sperrung bleibt Es ist aktuell zu kalt – Felssicherungsarbeiten an der B16 dauern noch bis Ende April

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Die Sicherungsarbeiten am Hang an der Staatsstraße 2230 bei Gundlfing konnten in der letzten Woche abgeschlossen und die Staatsstraße somit am Freitag, 23. Februar, wieder für den Verkehr freigeben werden. Die Arbeiten an der B 16 östlich der Einmündung der Kreisstraße KEH 17 bei

B16/SAAL AN DER DONAU Gute Nachrichten gibt es für die Staatsstraße 2230 bei Gundlfing. Die Staatsstraße musste hier seit Mitte Dezember letzten Jahres aufgrund der hohen Belastung für das Gestein während der anstehenden Frost-Tau-Wechselperioden und der damit verbundenen Gefahr für den Verkehrsraum der Staatsstraße 2230 vollständig für den Verkehr gesperrt werden. Mit Fertigstellung des 4,0 m hohen neuen Steinschlagschutzzaunes auf einer Länge von rund 600 Metern ist die Staatsstraße 2230 bei Gundlfing seit Freitag wieder frei für den Verkehr befahrbar. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 0,8 Millionen Euro. Weitere Einzelsicherungsmaßnahmen für exponierte Felsformationen in diesem Bereich werden nach der naturschutzfachlichen Abstimmung im weiteren Jahresverlauf durchgeführt. Einzelheiten hierzu werden rechtzeitig durch das Staatliche Bauamt Landshut bekannt gegeben.

Baustelle an der B16 bleibt

Am Hang entlang der B16 östlich der Einmündung der Kreisstraße KEH17 hingegen werden sich die Arbeiten länger dauern als erwartet. Der zerklüftete Hang bereitete bereits in der Vergangenheit Probleme: so musste im Februar 2017 die B16 aufgrund eines Hangrutsches die B16 kurzzeitig halbseitig für den Verkehr gesperrt werden. Um den Hang endlich in den Griff zu bekommen wurde zusammen mit Geologen und der zuständigen Zentralstelle für Ingenieurbauwerke und Georisiken die Sicherung des Hanges auf einer Fläche von rund 7.500 Quadratmetern mit einer Rastervernagelung in Kombination mit einer konturnahen, flächig aufliegenden Stahldrahtgeflechtauflage beschlossen. Zusätzlich werden Geröllfangzäune mit einer Höhe von 1,80 Metern an der Oberkante der gesamten Vernetzungsflächen sowie auf rund 50 Metern Länge ein Steinschlagschutzzaun mit einer Höhe von vier Metern an der Böschungsbasis errichtet. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Für die Rückverankerung der Stahldrahtgeflechtauflage und zur Stabilisierung der örtlich tiefgründig aufgelockerten Felsböschung müssen rund 2.500 Felsnägel mit einer Einbindelänge von 4,5 Metern in den Felshang gebohrt werden. Die Arbeiten hierfür gestalten sich schwieriger als erwartet. Rund die Hälfte ist bis zum jetzigen Zeitpunkt geschafft. Dabei bereitet der Hang mit seiner Geologie Probleme: Ungünstige Trennflächenanlagen führten in Verbindung mit andauernder Erosion zur unregelmäßigen Ausbildung teils tiefreichender Verkarstungsstrukturen wie Höhlen und schuttgefüllter Runsen im vorliegenden Jurafels. Zudem konnten erst nach vollständiger Freistellung und Beräumung des Baugeländes größere, labil gelagerte Kluftkörper vollständig erfasst werden, die durch zeitintensive Zusatzmaßnahmen zu sichern sind.

Dies macht in Verbindung mit dem begrenzten Arbeitsraum – die B 16 bleibt für die Bauarbeiten zur Aufrechterhaltung des Verkehrs nur halbseitig gesperrt – eine längere Dauer der Arbeiten unabdingbar. Zu guter Letzt bereitet der Baustelle derzeit auch die Witterung Probleme: Aufgrund der Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt kann mit den Geräten zumindest in dieser Woche nicht gearbeitet werden, da bei den außergewöhnlich tiefen Temperaturen die Herstellung der Bohrlöcher erheblich eingeschränkt ist. Auch die ordnungsgemäße Zementverpressung der Felsnägel zur Rückverankerung der Stahldrahtgeflechtauflage ist bei den gegenwärtigen Temperaturen nicht durchführbar.

Alle beteiligten hätten sich eine Fertigstellung der Maßnahme Ende Februar gewünscht. Dies ist aber nach eingehenden Gesprächen mit den beteiligten Geologen und der ausführenden Firma aufgrund der vorgenannten Gründe leider nicht möglich. Der Fertigstellungstermin muss aus diesem Grund auf Ende April dieses Jahres gesetzt werden. Die halbseitige Sperrung der B 16 im Baustellenbereich muss bis zur Fertigstellung der Arbeiten Ende April 2018 aufrechterhalten werden. Der Verkehr wird weiterhin mittels Ampelanlage geregelt. Das Staatliche Bauamt Landshut bittet die betroffenen Verkehrsteilnehmer und Anwohner um Verständnis für auftretende Behinderungen.


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