21.02.2018, 17:44 Uhr

Niederbayerns Schönheit bewahren Der Bund Naturschutz zieht positive „Grüne Bilanz“ für 2017

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Der Bund Naturschutz zieht trotz mancher Rückschläge insgesamt eine positive „Grüne Bilanz“ für das Jahr 2017. Immer mehr Menschen seien aktiv für die Bewahrung von Bayerns Lebensgrundlagen Boden, Luft und Wasser sowie bei der Rettung bedrohter Tiere und Pflanzen in ihrer Heimat.

LANDKREIS KELHEIM Bayerns größter Natur- und Umweltschutzverband freut sich über Erfolge beim Schutz von einzigartigen Naturlandschaften wie am „Grünen Band Deutschland“, über positive Entwicklungen bei der Wiederkehr von Biber und Wildkatze sowie einen großen Mitgliedergewinn im Jahr 2017. Mit zum Jahresende rund 228.000 Mitgliedern und Förderern erreicht Bayerns größter Umweltverband den größten Mitgliederstand seiner 105-jährigen Geschichte. Über eine Million Stunden Gemeinwohlarbeit wurde von den ehrenamtlich  Aktiven in rund 600 Orts- und Kreisgruppen für den Schutz von Mensch und Natur geleistet. Als Trauerspiel und Rückschlag für Bayerns Natur sieht der Bund Naturschutz (BN) die Entscheidung zur weiteren Zulassung von Glyphosat, zur Änderung des Alpenplans am Riedberger Horn und des Landesentwicklungsprogramm als „Freibrief für Flächenverbrauch“. Im Jahr der Landtagswahl 2018 wird der BN seine Arbeit für den Klimaschutz, einen dritten Nationalpark, Bauernhöfe statt Agrarfabriken und den Schutz von Boden und Landschaft vor Flächenfraß verstärken. 

Ein erfolgreiches Jahr

Auch für den Regierungsbezirk Niederbayern mit seinen neun niederbayerischen BN-Kreisgruppen sei die Bilanz trotz einiger Verluste von Natur und Landschaft für 2017 positiv: „Wir erleben zunehmend Unterstützung bei unserem Einsatz für die Natur und ein nachhaltiges Leben“, bilanziert BN Landesbeauftragter Richard Mergner. „Zum einen konnten wir einzelne geplante Zerstörungen und Flächenverbrauch verhindern, zum anderen hat sich die Zahl der Projekte und Initiativen für geringeren Natur- und Ressourcenverbrauch und den Schutz von Natur 2017 deutlich erhöht.“ 

„Die politische Entscheidung der Landtagsmehrheit für die Skischaukel am Riedberger Horn durch die Aushöhlung des Alpenplans sowie der Freibrief für die hemmungslose Zersiedelung der Landschaft, die in Niederbayern bereits sichtbar ist, mit der Änderung des Landesentwicklungsprogramms waren ein Tiefpunkt der bayerischen Naturschutzpolitik des Jahres 2017“, bilanziert der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. Mit regionalen Veranstaltungen vor der Landtagswahl sollen zudem Forderungen für den Schutz der Alpen vor Profitinteressen, für ein Verbot von Glyphosat und für bessere Schutzvorschriften gegen neue Straßen, Stromautobahnen und Gewerbegebiete „auf der Grünen Wiese“ diskutiert werden.

Unterstützung durch Veranstaltungen

Der BN führt hier vor allem einige Bürgerentscheide, gewonnene Klageverfahren, große Unterstützung bei Unterschriftensammlungen und Naturschutzprojekten, die Chance auf einen Auen-Nationalpark an Donau und Isar, auf weitere Renaturierungen statt Wasserkraftausbau und die zunehmende Unterstützung von Repair-Cafes auf. Auch für eine ökologische wasser- und naturschonende Landwirtschaft, gegen Massentierhaltungsanlagen  gibt es wie vor drei Wochen bei der Demo „Wir haben es satt. Auch in Niederbayern“ in Passau breite Bündnisse.

„Ein Schwerpunkt unserer Kreisgruppenarbeit war der Ankauf von Flächen für unsere Naturschutzarbeit, dort steht die Erhaltung von Arten- und Biotopschutz an erster Stelle. Weiter werden wir uns im Jahr 2018 weiter für eine Wende in der Agrarpolitik stark machen. Gigantische Megaställe die keine Privilegierung haben und in Gewerbegebieten gebaut werden müssen haben nichts mit Tierwohl und bäuerlicher Landwirtschaft zu tun „, so Karl Haberzettl, Mitglied des Landesvorstandes und Vorsitzender BN Passau, und weiter: „Bei einer eigenen Feier werden wir in 2018 die Ehrung von Langjährigen Mitgliedern sowie von Aktiven in der täglichen Naturschutzarbeit bei Arten und Biotopschutz, Öffentlichkeitsarbeit sowie Pflege von Biotopflächen am Ökologischen Zentrum Passau Stelzlhof  ehren und Danke sagen 

Herausforderungen 2018

„Sowohl das Insektensterben als auch die fatale Fehlentscheidung des CSU-Minister Christian Schmidt zur Zulassung von Glyphosat stoßen auf hohes gesellschaftliches Interesse und geben unseren Aktivitäten, die wir 2018 verstärken werden, breiten Rückhalt,“ so Kathy Mühlebach-Sturm, Mitglied des Landesvorstandes und Vorsitzende des BN Landshut, und weiter: „Um wenigstens einen Teil der durch die weiterhin sich intensivierende Landwirtschaft entstehenden Biodiversitätsverlust auszugleichen, ruft der Bund Naturschutz die Gemeinden auf, Straßenböschungen und Begleitgrün insektenfreundlich zu pflegen. Hausbesitzer sind aufgerufen, in ihren Gärten und Vorgärten der Natur Raum zu lassen und Zäune durchgängig für Igel zu machen.“ 

Weitere Schwerpunkte des BN in Niederbayern werden der Einsatz für die frei fließende Donau, der Hochwasserschutz, der Schutz der Luchse und die Begleitung des Rückbaus des Atomkraftwerks Isar Eins sein. Dauerschwerpunkte sind zahlreiche Natur- und Artenschutzprojekte.Freuen konnte sich der BN in Niederbayern über weiter steigende Mitgliedszahlen: 20.078 Mitglieder und Förderer des BN zeigt die Statistik Ende 2017 in Niederbayern. Über einen besonders hohen Zuwachs konnten sich die BN Kreisgruppen Freyung-Grafenau und Kelheim freuen. Einen allgemein wachsenden Zuspruch erfahren die zahlreichen Umweltbildungsprojekte in den niederbayerischen Kreisgruppen.


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