27.11.2019, 12:46 Uhr

Naturnahe Entwicklung Lebendige, aber stille Donau

Treffen an der Donau (v. l.): Marianne Rudolph, Franz Denk, Elfriede Maria Heining, Konrad Denk, Franz Schöllhorn und Monika Knauf-Schöllhorn mit Georg Kestel vom BUND Naturschutz und Josef Karl als Gast. (Foto: pm/Franz Rudolph)Treffen an der Donau (v. l.): Marianne Rudolph, Franz Denk, Elfriede Maria Heining, Konrad Denk, Franz Schöllhorn und Monika Knauf-Schöllhorn mit Georg Kestel vom BUND Naturschutz und Josef Karl als Gast. (Foto: pm/Franz Rudolph)

Hochwasserschutzmaßnahmen und Donauausbau führen in Niederalteich zu größeren Veränderungen der Landschaft. Eine Gruppe Niederalteicher Bürger hat sich im Vorfeld zu einer „Interessensgemeinschaft Lebenswertes Niederalteich“ (IG) zusammengeschlossen, um ein Konzept für eine naturnahe Entwicklung des Donauufers, der Schatzkiste des Dorfes, zu entwickeln. Dabei wurde sie von Georg Kestel, dem Kreisvorsitzenden des BUND Naturschutz in Bayern e.V., planerisch unterstützt.

NIEDERALTEICH Aus diesem Grund fand kürzlich eine Begehung des Ufers und eine Erörterung der wichtigsten Inhalte der Planung statt.

Neben einer Beruhigung des Donauufers durch das Auslagern von Autos und Quads sowie von im Sommer überhand nehmenden Campern wird neben dem Donaukreuz eine Wiese als Kernstück der ortsnahen Erholung gewünscht. Diese soll durch Abflachung des Donauufers an Attraktivität gewinnen. Mit einbezogen werden soll eine naturnahe Modellierung des neu entstehenden Grabens am Auslauf des neuen Schöpfwerkes. Veranstaltungen wie das Sonnwendfeuer können hier weiterhin stattfinden. Kritisch betrachtet wurde das Steinlager mitten im Deichvorland, da damit Retentionsraum und Abflussquerschnitt für Hochwasser blockiert wird.

Das Baumensemble um das Donaukreuz ist nach Meinung der IG dringend zu erhalten. Schnitte sollen nur „baumerhaltend“ durchgeführt werden. Die IG schlägt vor, schon heute in einem weiteren Ring mit Stiel-Eichen zu pflanzen, die die Pappeln im Laufe der Zeit ersetzen können. Auch hier sei es möglich, das Donauufer für Besucher zugänglicher zu gestalten und das Steinkorsett am Donauufer zu entfernen.

Die Interessensgemeinschaft ist insgesamt der Ansicht, dass die Donau als zentrale Achse der Erholung und Kontemplation für Niederalteicher und die zahlreichen Ruhe und Besinnlichkeit suchenden Gäste in Niederalteich auch möglichst ruhig bleiben soll. Die Bedeutung der Uferzone vertrage sich nicht mit Ideen, das Einsetzen von Motorbooten oder Jet-Skis am Ort zu erleichtern. Die bisherige Satzung des Dorfes sehe das eindeutig nicht vor und werde schon jetzt missachtet.

Von großer Bedeutung für Mensch und Natur sind ebenfalls die Silberweiden am Donauufer und die prägnanten Kopfweiden entlang des Donauweges Richtung Luberweiher. In den letzten Jahren wurden nur Bäume gefällt, aber keine neuen nachgepflanzt, die langfristig für den Fortbestand dieser attraktiven Baumgestalten sorgen würden. Hier findet sich Lebensraum für seltene und vom Aussterben bedrohte Insekten und zahlreiche Vogelarten. Die IG und Georg Kestel sehen den Erhalt der Kopfweiden als wichtige Aufgabe für die Gemeinde und die Grundstückseigentümer. Hier ließe sich zum Beispiel auch ein Meditationsweg zu Ehren von Altabt Emmanuel Jungclaussen, einem der wichtigsten Fürsprecher für den Erhalt der frei fließenden Donau, anlegen. Denkbar wären in dem Zusammenhang auch die Aufstellung von sich in die Landschaft einfügenden Skulpturen oder kleinen Bildern.

Darüber hinaus wurden noch zahlreiche Ideen erörtert. Die IG sieht die Notwendigkeit, dass die Gemeinde bald im Rahmen ihrer Planungen für das „Integrierte städtebauliche Entwicklungsonzept“ (ISEK) in die versprochenen runden Tische einsteigt und ein breites Meinungsbild einholt, wie das in Altenmarkt oder Schöllnach vorbildlich durchgeführt wird.


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