20.06.2018, 11:58 Uhr

Alternative Energie Bezirksklinikum Mainkofen ist E-mobil

Gerhard Schneider, Krankenhausdirektor, übergibt Tobis Renz, Leiter Technikabteilung im Beisein von Christian Fenzl, stellvertretender Krankenhausdirektor, den Schlüssel für das E-Mobil (v. r.). (Foto: Bezirksklinikum)Gerhard Schneider, Krankenhausdirektor, übergibt Tobis Renz, Leiter Technikabteilung im Beisein von Christian Fenzl, stellvertretender Krankenhausdirektor, den Schlüssel für das E-Mobil (v. r.). (Foto: Bezirksklinikum)

Nach zehn Jahren erneut Elektro-Fahrzeug im Fuhrpark aufgenommen.

DEGGENDORF Seit vielen Jahren setzt das Bezirksklinikum Mainkofen auf alternative Energie, wie der zuverlässige Betrieb des Biomassekraftwerks belegt. Jetzt hat Krankenhausdirektor Gerhard Schneider im Beisein von Christina Fenzl, dem stellvertretenden Krankenhausdirektor, den Autoschlüssel eines Elektro-Autos an Tobias Renz, Leiter der Abteilung Technik, übergeben.

Die Idee ist nicht neu. Bereits vor zehn Jahren wurde ein Elektro-Fahrzeug aus dem Bestand aufgrund fehlender Ersatzteile ausgemustert. Damals hatten die Maurer ein kleines Fahrzeug, mit dem sie an ihre Einsatzstellen vor Ort gelangten. „Besonders auf Kurzstrecken, für die das Fahrzeug eingesetzt wird, besteht ein hoher Schadstoffausstoß“, so Renz. „Bis dato handelt es sich hierbei überwiegend um Diesel betriebene Fahrzeuge. Mit dem E-Mobil tragen wir zur Entlastung der Umwelt bei und sparen fossile Brennstoffe ein“.

Wie sich das bemerkbar macht, schildert er anschaulich anhand der täglichen Praxis.

Auf dem Klinikareal befinden sich mit Ausnahme der Personalwohnungen rund 60 Gebäude. Ein Großteil davon sind Pflegestationen. Der innerbetriebliche Fahrdienst versorgt diese mit Essen, Wäsche, Medikamenten und generell Verbrauchswaren aller Art. Wo versorgt wird, muss auch entsorgt werden. Schmutziges Geschirr geht zurück zur Küche, Schmutzwäsche entsprechend zur Wäscherei, jeglicher Abfall wird gesammelt und in den Wertstoffhof verbracht.

Derzeit gibt es am Bezirksklinikum Mainkofen 25 Fahrzeuge im Werksverkehr. Darin eingerechnet sind alle Fahrzeuge vom Radlader und Traktor für die Pflege der Außenanlagen inklusive Winterdienst über Hubwagen zur Ver- und Entsorgung, Servicefahrzeuge der Werkstätten bis hin zu den drei Feuerwehrautos.

Drei Werkstattwagen für die Bereiche Schreinerei, Elektro- und Versorgungstechnik sind unterwegs für den Gebäudeunterhalt. Die betriebseigenen Servicetechniker fahren damit von Haus zu Haus, um Störungen zu beheben und Wartungsarbeiten durchzuführen. Für Maler und Elektroinstallateure kommen noch zwei große PKW-Kombis hinzu.

Ein Fahrzeug davon ist nun durch ein Elektrofahrzeug ersetzt. Täglich legen die Fahrzeuge rund 20 Kilometer zurück, teilweise weniger, um notwendige Ersatzteile vor Ort zu bekommen, nur etwa 50 Meter von einem Haus zum anderen zu fahren. Das bedeutet jedes Mal Anlassen, einige Meter fahren, anhalten und Fahrzeug abstellen. Dieser Stop-and-Go Mechanismus treibt den Treibstoffverbrauch und den Autoverschleiß extrem in die Höhe. So verbrauchten die Fahrzeuge statt der angegebenen fünf Liter bis zwölf Liter pro 100 Kilometer.

Weshalb ist die Wahl auf ein reines Elektrofahrzeug gefallen?

Die Idee ist nicht neu. Bereits vor zehn Jahren wurde ein Elektro-Fahrzeug aus dem Bestand aufgrund fehlender Ersatzteile ausgemustert. Elektroantriebe haben grundsätzlich einen höheren Wirkungsgrad als Verbrennungsmotoren. Der dafür benötigte Strom wird effizient produziert. Auch ein Elektrofahrzeug konsumiert im Kurzstreckenbetrieb mehr Energie. Im Vergleich spart man immer noch rund eine Tonne CO2 pro Jahr ein.

Der Verschleiß war ein weiteres Argument für die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren wird der Anlasser wird bestimmt 30 Mal am Tag betätigt, die Kupplung durch das häufige Anfahren verstärkt in Mitleidenschaft gezogen. Beides Teile, die es bei einem Elektrofahrzeug gar nicht gibt. Weil hier nichts verschleißen kann, fallen keine Kosten an. Mit der zunehmend aufwendigen Abgasreinigung in modernen Dieselfahrzeugen mithilfe von Partikelfiltern ist der Dieselmotor im Werksverkehr kaum mehr praktikabel. Fahrten zum Freibrennen und zusätzliche Werkstattaufenthalte zum Regenerieren des Partikelfilters sind hier vorprogrammiert.

Das E-Mobil in Mainkofen hat theoretisch eine Reichweite von 160 Kilomete.. Häufig verwenden Kritiker die Reichweite als Gegenargument für batteriebetriebene Fahrzeuge. Für die vor Ort täglich benötigte Fahrleistung ist dieses Argument nicht von Bedeutung.

Tobias Renz bedankte sich im Namen des Fuhrparks für das erste E-Mobil. Nach und nach sollen emissionsfreie Elektrofahrzeuge bisherige Gefährte, die auf dem Klinikgelände unterwegs sind, ersetzen.


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