02.02.2018, 11:29 Uhr

Entsorgungskonzept Wohin mit dem Klärschlamm? Schulterschluss der Kommunen

Seit die neue Düngemittelverordnung greift, wissen viele Kommunen nicht mehr, wohin mit dem ganzen Klärschlamm aus ihren Kläranlagen. (Foto: Holger Becker)Seit die neue Düngemittelverordnung greift, wissen viele Kommunen nicht mehr, wohin mit dem ganzen Klärschlamm aus ihren Kläranlagen. (Foto: Holger Becker)

Düngemittelverordnung zwingt die Gemeinden zum Zusammenschluss.

DEGGENDORF Früher war die Welt noch in Ordnung. Da wurde der in den Kommunen anfallende Klärschlamm einfach auf die landwirtschaftlichen Felder aufgebracht. Doch spätestens die neue Düngemittelverordnung vom Sommer 2017 schob dem praktischen Entsorgungskonzept einen Riegel vor. Seitdem weiß keiner mehr, wohin mit dem ganzen Klärschlamm. Im Landkreis Deggendorf soll deshalb ein gemeinsames Entsorgungskonzept auf den Weg gebracht werden.

Prinzipiell ist die neue Düngemittelverordnung, die das Ausbringen von Gülle und Klärschlamm auf den Feldern massiv einschränkt, eine feine Sache. Da sind sich alle einig. Immerhin soll so die Nitratbelastung des Grundwassers gesenkt werden.

Doch seitdem sitzen die Gemeinden auf Bergen von Klärschlamm. So wie etwa der Marktgemeinde Winzer geht es etlichen Kommunen. Und alle kämpfen bislang als Einzelkämpfer gegen das Problem.

„Wir haben eine relativ hohe Kapazität“, klagt Winzers Bürgermeister Jürgen Roith, der sich als Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetages das Thema auf die Fahnen geheftet hat. 10.000 bis 20.000 Kubikmeter fallen in der Korbmachergemeinde jährlich an. Die werden aufwendig und vor allem kostspielig zur Entsorgung nach Sachsen gebracht. „Die Preise sind immens gestiegen“, stöhnt Roith. „Wir wissen nicht mehr, wohin damit!“

Um künftig das Problem besser bewerkstelligen zu können, wird deshalb laut Roith im Landkreis Deggendorf an einem gemeinsamen Entsorgungskonzept gearbeitet. Bereits in der nächsten Kreisausschusssitzung am Montag, 5. Februar, im Landratsamt Deggendorf, sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein Institut soll beauftragt werden, um ein Konzept zur gemeinsamen Entsorgung zu erarbeiten. Roith denkt hier an die Gründung eines eigenen Zweckverbandes für den Landkreis Deggendorf. „Bis Ende des Jahres sollte das gemeinsame Konzept stehen“, kündigt der Winzerer Rathauschef an.


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