22.03.2019, 13:25 Uhr

Stacheltiere brauchen Hilfe Igel-Futter selbst herstellen


Igelmama Ina Stüdlein: „Die Lage ist dramatisch.“ Lesen Sie, wie Sie die kleinen Stachler mit wenig Aufwand unterstützen können.

GRABENSTÄTT. „In den ober- und niederbayerischen Igelstationen werden schon seit Dezember fast täglich Igel abgegeben, die zu klein, völlig verwurmt und halb verhungert sind - und das, obwohl sie um diese Zeit im Winterschlaf sein sollten“, bedauert Ina Stüdlein, ehrenamtliche Helferin zweier Igelstationen in Ober- und Niederbayern. Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, um den kleinen Wildtieren als Gartenbesitzer unter die „Stacheln“ zu greifen.

Das Problem: Die Nahrungstiere der Igel sind frühestens ab Anfang/Mitte Mai vorhanden, doch die Tiere sind jetzt schon aktiv und auf Nahrungssuche. „Deshalb mein Aufruf: Bitte füttert die Igel!“, bittet Stüdlein. Bayerische Igelhilfen setzen sich schon lange für eine Ganzjahresfütterung der Stacheltiere ein. Erschreckend: Seit 2018 stehen Igel sogar auf der roten Vorwarnliste der bedrohten heimischen Tierarten. „Wer nicht das ganze Jahr füttern kann oder möchte, sollte wenigstens ab sofort bis weit in den Mai hinein und dann wieder ab Ende August zufüttern“, so die erfahrene Igelmama.

Für einen leckeren Igelschmaus reicht schon ein Schälchen Igel-Trockenfutter und eine Schale mit Wasser. Am besten in einer geschützten Ecke des Gartens oder der Terrasse aufstellen. „Kleiner Aufwand, große Wirkung!“, freut sich die Stacheltier-Expertin. Wer jedoch seinem Haus- und Hofigel selbst ein kleines „Gourmet-Fresschen“ zaubern will, dem verrät Ina Stüdlein ein Trockenfutter-Rezept: „500 g Haferflocken, 120 g Kokosflocken, 110 g Sesammus (Tahin), 100 g Rosinen, 80 g gemahlene Haselnüsse, 80 g gemahlene Mandeln, 100 g Honig, 150 ml Sonnenblumenöl, 150 g kleine Katzen-Brekkies, 200 g Erdnussbruch und 30 g getrocknete Mehlwürmer – alles miteinander vermengen und schon ist das selbst gemachte Trockenfutter fertig.“ Es müssen jedoch nicht alle angegebenen Zutaten im Futter enthalten sein.

Oftmals bleibt es auch ab dem Monat Mai für die Insektenfresser schwierig. „Seit Ende der 80er Jahre gibt es einen Rückgang an Insekten von rund 80 Prozent. Deshalb muss der Igel auf beispielsweise Regenwürmer als Ersatznahrung ausweichen. Dadurch verwurmt er zu schnell und zu stark und erstickt daran unbehandelt qualvoll“, klagt die Igelpflegerin. Wer Ina Stüdleins Tipps und Tricks beachtet, kann jedoch dazu beitragen, dass die Igel in unseren Breiten weiterhin geschützt werden und sich auch zukünftig wohlfühlen können.


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