29.01.2019, 10:30 Uhr

Staatsforsten und Jagdverband Mit Schneeschuhen und Tourenski: Hilfe für das heimische Rotwild naht


Hand in Hand kümmern sich Forstbetriebsleiter, Revierjagdmeister und Förster der Bayerischen Staatsforsten mit Vertretern des Bayerischen Jagdverbands um die sichere Überwinterung des Rotwildes.

BERCHTESGADENER LAND. Die Lawinengefahr war inzwischen wieder gering, als in Melleck die Heuballen geschultert wurden. Hans Niederberger, Leiter der Hochwild-Hegegemeinschaft Berchtesgaden und Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land meldete am Vortag seinem Stellvertreter, Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller, dass in einem Bereich, den er selbst mitbejagt, vier Stück Rotwild unterhalb der Sellarnalpe im Schnee feststecken.

„Mit einem Hubschrauber müsse Heu auf den Berg geflogen werden“ forderte Niederberger. Da ein Hubschrauber das Wild und die geschützten Raufußhühner in eine kraftzehrende Flucht jagen würde, sollte versucht werden, das Rotwild mit duftendem Heu ins Tal an die Fütterung zu locken. Schon 24 Stunden nach dem Hilferuf brachen Niederberger und Müller gemeinsam mit dem zuständigen BaySF-Förster Peter Pasquay, dem Revierjagdmeister Hubert Reiter und dem ehemaligen Revierjäger Otto Heitzmann auf.

Mit Tourenski bzw. mit Schneeschuhen ging es in schwierigstes Gelände, um eine sogenannte „Futterschleppe“ aus hochwertigem Heu zu legen. Über Nassschnee-Lawinen und von Schnee gebrochenen bzw. von Staublawinen geworfenen Bäumen wurde eine Kette von kleinen Heu-Häufchen verteilt. Folgt das Rotwild diesen Leckerbissen, findet es sich am Ende an der Fütterung von Hans Niederberger wieder.

Wie an der Fährtenlage erkennbar war, hatten die Hirschen schon nach zwei Tagen den halben Weg ins Tal geschafft. „Ein toller Erfolg für Wild und Wald“ lobte der Hegeringleiter und dankte den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten für die vorbildhafte gemeinsame Aktion. Dr. Georg Holzhey, der örtliche Jagderlaubnisnehmer, unterstützte die Hilfsaktion unter anderem mit einer Brotzeit für die fleißigen Jäger. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sich das Wild nicht durch Tourengeher verschrecken lässt und auf den durch Lawinenabgänge freigelegten Grasflächen verbleibt und dort junge Bäumchen verbeißt.


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