25.05.2018, 09:14 Uhr

Schüler werden zu Forschern Ein buntes Treiben im Kornfeld

(Foto: ANL Bayern)(Foto: ANL Bayern)

Auf dem Acker knien oder kriechen Schüler über den Boden, scheinbar auf der Suche nach etwas ganz Besonderem. Vorbeifahrende Autofahrer und Spaziergänger wundern sich nicht schlecht über das Bild, dass sich ihnen bietet – eine Schatzsuche?

LAUFEN Der vermeintliche Schatz entpuppt sich als Ackerwildkräuter! Bei der Schulklassenaktion „Mehr Vielfalt in der Landschaft“ werden Schüler und Schülerinnen zu Forschern und Entdeckern der heimischen Artenvielfalt.

Auf 12 Schulexkursionen – sechs in Bayern, sechs in Österreich – geht es für Schülerinnen und Schüler der Region raus auf den Acker. Hier erleben die Kinder und Jugendlichen spielerisch, welche Auswirkungen ihr täglicher Einkauf auf die Tier- und Pflanzenwelt vor ihrer Haustüre hat. Sie lernen auch die Wertschöpfungsketten vom Landwirt über Müller bis zum regionalen Bäcker kennen und vergleichen die verschiedenen Anbausysteme.

Die Biologin Leonie Freilinger leitet die Exkursionen, unterstützt von Selina Eschenbach, welche ihr freiwilliges ökologisches Jahr an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in Laufen absolviert. Mit Spielen, wie das „Riesen-Wiesen-Memory“ oder eine Runde „Tabu“, kommen die Schüler erstmals mit den vielen verschiedenen Begriffen rund um den Acker in Kontakt. Vom unscheinbaren Pflänzchen wie den Ackerehrenpreis über die auffällig blühende Kornblume bis hin zu Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche.

Dann geht es schon ab ins Feld: Hier suchen die Jugendlichen möglichst viele verschiedene Ackerwildkräuter, ordnen und bestimmen diese. „25 verschiedene Wildkräuter auf einem Acker! Das hätte ich nicht gedacht!“, staunt ein Schüler der 9. Klasse der Mittelschule Freilassing.

Verglichen werden Äcker des biologischen und konventionellen Anbaus – so erleben die Kinder den Unterschied vor Ort. Auf dem Bio-Acker wächst dabei noch ein besonderes Gewächs – der Laufener Landweizen, eine wiederentdeckte Getreidesorte der Grenzregion Rupertiwinkel und dem Salzburger Alpenvorland.

Anschließend sammelt die Klasse auf Picknickdecken in der warmen Mai-Sonne neue Kräfte. Dazu gibt es eine Brotzeit. „Hierbei“, erklärt Leonie Freilinger, „wurde vor allem auf die Regionalität der Produkte geachtet! Das Brot aus dem Laufener Landweizen kommt vom nächsten Bäcker, Marmelade und Honig aus dem Rupertiwinkel und der Schnittlauch vom Wochenmarkt.“ Passend dazu leitet sie die Diskussion daraufhin zum Thema regionale Vermarktung über. In einem Rollenspiel werden die Schüler zu Landwirten, Müllern, Bäckern und Konsumenten. Dadurch können die Unterschiede zwischen einer regionalen und einer überregionalen Vermarktung bildlich dargestellt werden.

Das Projekt „Mehr Vielfalt in der Landschaft“ der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) wird finanziert durch das bayerische Umweltministerium im Rahmen des Biodiversitätsprogrammes.

Das grenzüberschreitende Projekt läuft noch bis Anfang Juni, also Augen auf: Wer Schüler auf einem Acker herumkriechen sieht und mehr wissen will, darf gerne fragen! Nähere Informationen bietet die Homepage der ANL: www.anl.bayern.de


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