31.08.2018, 11:37 Uhr

Erdbeben im Urlaubsparadies Um 19.30 Uhr bebte plötzlich die Erde


Zwei Schwestern erlebten das Erdbeben in Indonesien hautnah – Deggendorferin startet Spendenaktion.

INNERNZELL Es sollte ein Traumurlaub im tropischen Paradies werden. Entpuppt hat sich die Reise für Carina (19) und Tanja (23) als Albtraum. Die beiden Schwestern waren gerade auf Bali angekommen, als die Erde zu beben begann. Das Epizentrum des Erdbebens war auf der Nachbarinsel Lombok. Hier kamen mehr als 555 Menschen ums Leben. Eine Deggendorferin hat eine Spendenaktion für die überlebenden Opfer gestartet.

Bali kennt jedes Kind. Aber Lombok? Viele können nicht einmal mit dem Namen etwas anfangen, geschweige denn wissen sie, dass sich hier auf der Nachbarinsel Balis kürzlich eine Katastrophe abspielte. Es war am 5. August, als plötzlich die Erde mit einer Stärke von 6,9 bebte. Seitdem kommt die Region nicht mehr zur Ruhe.

Zwei Wochen nach der verheerenden Katastrophe haben erneut zwei starke Erdstöße innerhalb von 24 Stunden die indonesische Insel Lombok erschüttert. Der jüngste Erdstoß hatte nach Angaben des Geophysischen Instituts eine Stärke von 7,0. Einige Stunden zuvor hatte ein Erdbeben der Stärke 6,5 die Insel getroffen. Die Zahl der Toten ist seit dem letzten größeren Beben am Sonntag, 19. August, auf über 555 gestiegen. Die Zahl der Verletzten stieg auf 9300, die Zahl der Obdachlosen bei etwa 417 000. Die Schäden liegen bei rund 440 Millionen Euro.

Die Erdstöße waren auch auf den Nachbarinseln Bali und Sumbawa zu spüren gewesen. Die Schwestern Carina und Tanja aus Innernzell können ein Lied davon singen. Sie waren gerade mal zwei Tage zuvor am Freitag im Urlaubsparadies Bali angekommen. „Erstmals Tropen, wir hatten uns so auf diesen Urlaub gefreut“, berichtet Carina.

„Es war am Sonntagabend um 19.30 Uhr“, erinnert sie sich noch lebhaft. „Wir waren gerade im Hotelzimmer, als plötzlich alles vibrierte und die Fenster schepperten.“ Das Ganze dauerte nur 15 bis 20 Sekunden – aber die Geschwister werden es ihr Leben lang nicht mehr vergessen. Sofort sind alle in die Hotellobby gestürmt. Dort bestätigten die Hotelangestellten, dass sie ein so starkes Beben noch nie erlebt hätten. „Eine Stunde später gab es noch ein Nachbeben“, so Carina. „Wir hatten kein gutes Gefühl mehr, haben die ganze Nacht nicht geschlafen“, sagt sie, zumal die Erde um 4 und 8.30 Uhr nochmals bebte.

Es dauerte nur 15 bis 20 Sekunden

Gleich am nächsten Montagmorgen setzten sie alles daran, einen Rückflug nach Deutschland zu bekommen. Um 19.45 Uhr verließen sie die Insel. Der Urlaub war jäh beendet. „Der Flug kostete 1000 Euro pro Person, wir hatten kein Geld mehr, um noch woanders hinzufahren“, bedauert Carina.

Im Katastrophengebiet bleiben mussten die Einheimischen, unter ihnen die Verwandten und Freunde von Monika Schäffner (56) aus Saldenburg und ihrer Tochter Ni-Made Sumadi (27) aus Deggendorf. Die 56-Jährige war auf Lombok mit einem Balinesen verheiratet, Ni-Made Sumadis Vater. 1995 kehrten sie nach Deutschland zurück. Die 27-jährige Deggendorferin reist aber immer noch gerne ins Land ihrer Wurzeln. „Zuletzt war ich 2014 auf Lombok“, berichtet sie.

Als sie von der Naturkatastrophe erfuhren, waren Mutter und Tochter erschüttert. Auch ihre Verwandten haben ihr Hab und Gut verloren. Monika Schäffner und ihre Tochter unterstützen sie, so gut sie können.

Darüber hinaus möchten sie aber auch der notleidenden Bevölkerung helfen. Das Team von „Waidler-helfen e.V.“ hat ihnen ein Spendenkonto eingerichtet. Darüber hinaus haben sie Plakate mit Hilfeaufrufen in der Region aufgehängt. Außerdem haben sie bei Gastronomen und Einrichtungen Spendenboxen aufgestellt. „In Deggendorf im Vis-a-Vis, Plan-B, Liesl, Aurum und in der Greenhill‘s Kahve Bar, in Tittling bei Physiofitness Luckner, in Riedlhütte in der Metzgerei Baumann, in Spiegelau in der Pizzeria Portofino und in Passau im L‘Tur Reisebüro“, berichtet Ni-Made Sumadi.

Weitere Infos

Facebook-Gruppe „Erdbeben auf Lombok – das Paradies braucht unsere Hilfe“.

Spendenkonto:

Verwendungszweck: Lombok

VR GenoBank DonauWald eG

IBAN: DE53 7419 0000 0002 7250 37


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