02.08.2018, 17:00 Uhr

Gelungene Aktion Ziegen als Landschaftspfleger in Weissenstein

Naturpark-Vorsitzender Heinrich Schmidt (links) bedankte sich bei Ludwig Scherm, Bio-Bauer und Landschaftspfleger, für den Einsatz seiner Ziegen zum Beweiden der Steilhänge an der Burg Weissenstein. (Foto: Naturpark)Naturpark-Vorsitzender Heinrich Schmidt (links) bedankte sich bei Ludwig Scherm, Bio-Bauer und Landschaftspfleger, für den Einsatz seiner Ziegen zum Beweiden der Steilhänge an der Burg Weissenstein. (Foto: Naturpark)

Die Pfahlgebiete im Landkreis Regen beherbergen neben den eigentlichen Quarzfelsen viele vorgelagerte Zwergstrauchheiden und Magerwiesen. Diese sind durch die frühere Beweidung und Mahd der wenig ertragreichen aber sehr artenreichen Lebensräume entstanden. Ohne Pflege würden die Pfahlfelsen sehr schnell wieder zuwachsen und das typische Landschaftsbild mit den offenen und freien Felsen verliert seinen Charakter. Geschichtsträchtige Burgruinen wie in Weissenstein würden dann mit ihren Quarzfelsriffen letztendlich wieder im Wald verschwinden.

REGEN „Wir unterstützen hier in Weissenstein mit aktiver Landschaftspflege die Stadt Regen, um den Anblick zur Burgruine offen zu halten“, so der Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt.

Seit letztem Jahr werden die Flächen mit Ziegen beweidet, die hier als vierbeinige „Rasenmäher“ die burgnahen Steilhänge vor Verbuschung zu bewahren. Einige Woche sind die Ziegen hier eingezäunt und fressen mit großer Vorliebe v.a. frische Gehölztriebe. Um das Tierwohl kümmert sich der Bio-Bauer und ausgebildete Landschaftspfleger Ludwig Scherm. Bei seinen täglichen Kontrollgängen wird er dabei von Eva Weiß – selbst Tierhalterin - unterstützt.

Bei einer gemeinsamen Besichtigung bedankte sich der Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt bei Ludwig Scherm für den Einsatz seiner Ziegen in der Landschaftspflege: „Der Naturschutz- und Erholungswert der einzigartigen Pfahlgebiete kann mit der Pflege erhalten und verbessert werden“, erklärt Heinrich Schmidt. Der Pfahl ist als überregional bekanntes Naturdenkmal und „Bayerns Geotop Nummer eins“ ein Besuchermagnet und Wahrzeichen für die gesamte Region.

Der Naturpark Bayerischer Wald organisiert seit Jahrzehnten gemeinsam mit den Städten, Gemeinden und dem Landkreis die Pflege des Pfahls in Viechtach, Moosbach und Weissenstein. Außerdem wurden auf Initiative des Naturparkvorsitzenden Heinrich Schmidt in den letzten 20 Jahren zahlreihe Flächen in den Naturschutzgebieten mit Fördermitteln der Ländlichen Entwicklung erworben. Dadurch sind oft Pflegemaßnahmen erst möglich und nur so konnten viele Felsen freigestellt werden. Diese laufende Pflege - wie Beweidungen und Entbuschungen - wird überwiegend mit Naturparkfördermitteln finanziert. „Viele Vereine und Verbände wie die Bergwacht Zwiesel, der Burgverein Weissenstein oder das Tagwerk in Regen sind neben Landwirten und Forstbetrieben in der Pflege der Pfahl-Flächen im gesamten Landkreis aktiv“, freut sich Naturpark–Projektbetreuer Matthias Rohrbacher über diese Gemeinschaftsaktion.


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