12.07.2018, 09:00 Uhr

Erfahrungsaustausch „Einziger Ort in Deutschland, der dem weltweiten Urwaldbild entspricht“

Christian Wirth (links), Professor an der Universität Leipzig, ließ sich von Nationalparkleiter Franz Leibl den Prozessschutz im Bayerischen Wald erläutern. (Foto: Elke Ohland)Christian Wirth (links), Professor an der Universität Leipzig, ließ sich von Nationalparkleiter Franz Leibl den Prozessschutz im Bayerischen Wald erläutern. (Foto: Elke Ohland)

Wie lässt sich Artenvielfalt erfassen? Wie entsteht Biodiversität? Welchen Einfluss hat sie auf die Funktionen von Ökosystemen? Und: Wie kann man sie schützen? Diese Fragen versucht das 300 Mann starke Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) zu beantworten. Den Forschern aus Halle, Jena und Leipzig ist dabei besonders der Kontakt zum praktischen Naturschutz wichtig. Genau deswegen kam jüngst der geschäftsführende iDiv-Direktor Prof. Christian Wirth in den Nationalpark Bayerischer Wald, um sich mit Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl und seinem Team auszutauschen.

RIEDLHÜTTE „Für uns ist wichtig zu wissen, welche Wissenschaft die Manager im Biodiversitätsschutz ganz konkret brauchen“, betont Wirth, der zugleich Professor für Spezielle Botanik und Funktionelle Biodiversität an der Universität Leipzig sowie Direktor des Botanischen Gartens der Universität Leipzig ist. „Deswegen müssen wir mit den Leuten reden, die an Orten wie dem Nationalpark Bayerischer Wald die natürliche Vielfalt unsere Erde erhalten.“

Ein Bild von der wilden Landschaft machte sich der Wissenschaftler im seit 1970 unter Schutz stehenden Gebiet zwischen Rachel und Lusen. Wirth, der schon in vielen Naturwäldern auf dem ganzen Globus geforscht hat – zum Beispiel in Alaska oder Sibirien, zeigte sich beeindruckt: „Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der einziger Ort in Deutschland, der dem weltweiten Urwaldbild entspricht.“ Gerade die Strukturvielfältigkeit, die ein buntes Wald-Mosaik erzeugt, sei einzigartig. „Alle, die die Waldnatur lesen können, haben hier richtig viel zu tun.“

Erfreut über den anregenden Dialog zeigte sich Nationalparkchef Leibl: „Kontakte zu einem der führenden Biodiversitätszentren in der Bundesrepublik zu knüpfen ist gerade für unsere Forschungsabteilung äußerst gewinnbringend.“ Außerdem passe das Anliegen des Gastes Wirth zu den wissenschaftlichen Methoden im Nationalpark. „Wir sind immer bemüht, in unseren Untersuchungen praktische sowie internationale Ansätze zu verfolgen.“


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