20.02.2019, 10:52 Uhr

Fast alle Amphibien Bayerns gefährdet Frösche und Kröten auf Wanderschaft

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Wer will aktiv beim Aufbau und der Betreuung der Krötenzäune mithelfen?

LANDKREIS. Frösche und Kröten sind bald schon wieder auf Wanderschaft. Aus diesem Grund bittet die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Altötting, dass sich Freiwillige melden, die sich für Natur- und Artenschutz interessieren und aktiv beim Aufbau und der Betreuung der Krötenzäune mithelfen wollen.

Die Tatsache, dass fast alle Amphibienarten in Bayern gefährdet oder vom Aussterben bedroht sind, liegt in erster Linie an der Zerstörung von Lebensräumen und Laichgewässern. Die Verluste auf den Straßen kommen hier noch erschwerend hinzu.

Landrat Erwin Schneider: „Wichtig ist die Betreuung und Anlage von Amphibienschutzzäunen aber vor allem deshalb, um dabei verlässliche Informationen über die Wanderbewegungen und das Gewässerumfeld zu erhalten. Außerdem kann so verhindert werden, dass ohnehin schon geschwächte Populationen durch Wanderungsverluste erlöschen.“

Langfristig sollen aus den gewonnenen Erkenntnissen über die jeweilige Population konkrete Schutz- und Verbesserungsmaßnahmen des Laichgewässers und dessen Umfeld entwickelt und umgesetzt werden. Im günstigsten Fall können dann durch das Anlegen von Ersatzlaichgewässern jenseits der Straße, durch feste Krötentunnel an Straßen oder durch die Schaffung von Winterquartiermöglichkeiten in Gewässernähe (Anlage von Feldgehölzen und Hecken) eine gefahrvolle Wanderung und somit das Aufstellen eines Krötenzaunes überflüssig gemacht werden. Bis diese Maßnahmen aber geplant, umgesetzt und wirksam sind, brauchen die bedrohten Amphibien Hilfe, um die gefährliche Wanderung aus dem Winterquartier über Straßen zu den Laichgewässern zu überstehen und dort für die Erhaltung der Art zu sorgen.

Interessierte werden gebeten, sich an die Untere Naturschutzbehörde, Frau Holzweber unter Tel. 08671/ 502 754 sowie heidi.holzweber@lra-aoe.de zu wenden, die für weitere Informationen gerne zur Verfügung steht.

Der Einsatzschwerpunkt liegt insbesondere in den Städten und Gemeinden Kirchweidach, Feichten, Tyrlaching, Töging, Neuötting, Emmerting, Burgkirchen/Gendorf, Kastl, Reischach und Garching a.d. Alz.

Der effektive Aufwand für diese nützliche Mithilfe ist sehr gering und beläuft sich auf 5-10 Minuten täglich für die Zeit der Krötenwanderung (durchschnittlich 3 Wochen) und hat dabei aber einen großen Nutzen für unsere heimischen Amphibien.


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