06.02.2019, 13:21 Uhr

Naturwabenimker Altötting- Mühldorf Imkertag in Reischach mit Ausstellung und Fachvorträgen

Professor Dr.Jürgen Tautz, Biozentrum Universität Würzburg. (Foto: Natter/Fotopool)Professor Dr.Jürgen Tautz, Biozentrum Universität Würzburg. (Foto: Natter/Fotopool)

Bienenforscher Prof. Dr. Jürgen Tautz berichtet in seinem Vortrag, „Wie halten sich Honigbienen gesund und wie können wir das am Verhalten der Bienen testen?“ aus seiner Sicht und seiner Forschungsarbeit

REISCHACH 7. Reischacher Imkertag mit Naturwabenimker Udo Pollack und Prof. Dr. Jürgen Tautz am Sonntag, 24. Febuar, ab 14 Uhr, im Reischacher Hof, Öttingerstraße 17 in Reischach.

Der Reischacher Imkertag jährt sich in diesem Jahr zum 7. Male, neben einer Ausstellung von Bienenkästen und einem Infostand über Fachliteratur gibt es wieder zwei Fachvorträge mit anschließender Podiumsdiskussion.

Zuerst stellt Udo Pollack, langjähriger Naturwabenimker und Mitbegründer der Regionalgruppe „Naturwabenimker Altötting- Mühldorf“ die Arbeitsweise, Haltung und Ziele dieser Arbeitsgruppe vor. Der Naturwabenbau ist eine wahre Meisterleistung, die das Bienenvolk hervorbringt und ist einer der wichtigsten Faktoren für widerstandsfähigere und gesündere Völker in der heutigen Zeit.

Prof. Dr. Jürgen Tautz ist einer der renommiertesten Bienenforscher Deutschlands und selber Imker und Biologe. Er wird uns an seinen erstaunlichen Forschungsergebnissen teilhaben lassen und in seinem Vortrag, „Wie halten sich Honigbienen gesund und wie können wir das am Verhalten der Bienen testen?“ aus seiner Sicht und seiner Forschungsarbeit berichten. Schon in seinem Buch „Phänomen Honigbiene“ wird bewusst, dass der Bien (= der Superorganismus des Bienenvolkes, in dem Honigbienen in Gemeinschaft leben) noch viele verborgenen Geheimnisse in sich trägt.

Jürgen Tautz ist Professor emeritus am Biozentrum der Julius-Maximilian-Universität Würzburg und Leiter des dortigen HOBOS-Teams. Als Wissenschaftler verfolgt er mit seinem Team zwei Ziele: die Grundlagenforschung zur Biologie der Honigbiene und die Vermittlung des Wissens um die Biene an eine breite Öffentlichkeit.

Die von ihm 2011 ins Leben gerufene Lern-, Lehr- und Forschungsplattform HOBOS (www.hobos.de) und das 2018 gegründete und ab 2019 weltweit ausgerollte Umweltforschungs- und -bildungs-Netzwerk-Projekt we4bee sind Synthesen seiner Forschungen und seiner Aktivitäten als Wissenschaftsvermittler. Dafür wurde er 2012 mit dem Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Auf die Frage „Warum lassen Sie die Bienenforschung und das Projekt HOBOS nicht los?“ gab der außergewöhnliche Wissenschaftler im Ruhestand einen Einblick in seine persönliche Einstellung zu den Naturereignissen auf der Erde:

„Als Biologe, finde ich, kann man zweierlei für die Zukunft unserer Kinder und Enkel tun: mit wissenschaftlicher Arbeit die Folgen menschlichen Handelns erforschen, rechtzeitiges Gegenlenken ermöglichen. Und man kann zur Bildung und Aufklärung der Menschen – vom Vorschulkind bis zum Senior – beitragen; nicht mit dem professoral erhobenem Zeigefinger, sondern indem man ihre Begeisterung und Interesse weckt. Bienen sind dafür bestens geeignet. Die Biene ist ein Schlüsselorganismus, für die gesamte Natur, aber besonders auch für die menschliche Ernährung“ dank ihrer Bestäubungsleistung.

Hier zeigt sich, wie wichtig das Projekt Hobos ist, in dem über ein Jahr lang Infrarot- und Wärmebildkameras und weitere Mess-Einrichtungen Unmengen an Daten über das Leben im Bienenstock gesammelt wurden. Wissenschaftler weltweit, aber auch Schulen und interessierte Laien konnten mit den Daten von „Smart Hobos Münchsmünster“ eigene Forschungsprojekte durchführen.

Nun geht Tautz noch einen Schritt weiter: Ab 2019 können sich Schulen und andere Einrichtungen um eine Miniatur-Ausgabe von „Smart Hobos“ bewerben und damit selbst auf Datensammlung gehen. In seinem Vortrag wird auch erklärt, wie Schulen in unserer Region an einen „Mini-Hobos“ Bienenkasten kommen können.


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