02.10.2018, 13:07 Uhr

Seit Jahren wird geplant Untere Salzach muss saniert werden, aber wie?

Die Salzach bei Burghausen. (Foto: Wochenblatt)Die Salzach bei Burghausen. (Foto: Wochenblatt)

Informationsabend am 5. Oktober 2018 im Bürgerhaus Burghausen

BURGHAUSEN. Seit Jahren steht fest, dass die begradigte, versteinte, sich immer mehr eingrabende Untere Salzach saniert werden muss. Seit Jahren wird untersucht und geplant, wie diese Sanierung vorgenommen werden könnte. Noch ist die Diskussion nicht abgeschlossen, die Entscheidung nicht gefallen.

Ab 2011 wurden für den Bereich Laufen-Burghausen fünf Sanierungsvarianten entwickelt, zwei davon empfahl die österreichisch-bayerische Gewässerkommission 2015 zur Weiterbearbeitung. Während man in der Bayerischen Staatsregierung noch immer die Sanierungsvariante mit Wasserkraftnutzung bevorzugt, setzen sich Verbände, Organisationen und Bürger in der Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach dafür ein, dass der Fluss mit seinen angrenzenden Auen zu einem natürlichen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen saniert wird.

Über diese beiden Zielsetzungen wird unter Fachleuten seit Jahren diskutiert. Aber in der Öffentlichkeit ist es noch kaum ein Thema, welche Auswirkungen die eine oder andere Lösung für die Bürger der Salzachregion haben wird.

Die Möglichkeiten für eine umfassende Renaturierung sind bei keinem anderen nordalpinen Fluss so gegeben, wie bei der Salzach. Dem Bau von Kraftwerken diese Chance zu opfern, wäre aus Sicht der Umweltverbände nicht zu verantworten, zumal der Beitrag der drei geplanten „Fließgewässerkraftwerke“ zum bayerisch-österreichischem Wasserkraftstrom verschwindend gering wäre. Mit der Sanierung entsprechend der Naturfluss-Variante würden die Ziele der Sohlstabilisierung und des verbesserten Hochwasserschutzes erheblich schneller und ohne Konflikte mit europäischen Naturschutzrichtlinien erreicht als bei einer Sanierungsvariante mit Kraftwerken.

Um die Sanierung der Unteren Salzach stärker als öffentliches Thema in den Vordergrund zu stellen, laden das Umweltamt der Stadt Burghausen, die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach und der BUND Naturschutz am Freitag, 5. Oktober, um 19 Uhr, zu einem Informations- und Diskussionsabend in das Bürgerhaus Burghausen ein.

Dr. Christine Margraf vom BUND Naturschutz wird erläutern, mit welchen Auswirkungen bei den verschiedenen Sanierungsvarianten zu rechnen ist. Dieter Scherf, der sich Jahre lang für eine frei fließende Donau in Niederbayern eingesetzt hat, wird mit einem kurzen Film zur Donau-Ausbaudiskussion zeigen, was Bürgerengagement für einen Fluss bewirken kann. Gerhard Auer, einer der Sprecher der Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach, wird von den Aktivitäten der Aktionsgemeinschaft berichten. Gerhard Merches, Vorsitzender des BUND Naturschutz im Landkreis Altötting, wird die anschließende Diskussion mit Referenten und Publikum moderieren.


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