02.08.2018, 09:35 Uhr

Engagement vor Ort Altöttinger Mieter Konvent (AMK) e.V. für Deutschen Nachbarschaftspreis nominiert

Gemeinsam mehr bewegen: Die Bewohner des selbstverwalteten Wohnprojekts Altöttinger Mieter Konvent (AMK) in der Altöttinger Konventstraße. (Foto: AMK)Gemeinsam mehr bewegen: Die Bewohner des selbstverwalteten Wohnprojekts Altöttinger Mieter Konvent (AMK) in der Altöttinger Konventstraße. (Foto: AMK)

Derzeit läuft das Online-Voting für den Publikumspreis

ALTÖTTING. Der Altöttinger Mieter Konvent (AMK) e.V. nimmt am Wettbewerb um den Deutschen Nachbarschaftspreis 2018 teil. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wird zum zweiten Mal von der Stiftung Nebenan.de vergeben, die es sich zum Ziel gesetzt hat, „Nachbarschaftsprojekte mit Vorbildcharakter“ auszuzeichnen. Unter 1.052 eingegangen Bewerbungen wurde der AMK mit bundesweit 103 anderen Projekten ausgewählt, an der nächsten Runde teilzunehmen. Aus Bayern wurden sechs Initiativen nominiert. Zwei Expertenjurys werden die 16 Landessieger und drei Bundessieger des Deutschen Nachbarschaftspreises bestimmen. Daneben gibt es auch noch einen Publikumspreis zu gewinnen: Das Online-Voting läuft bereits und ist bis zum 22. August offen unter https://www.nachbarschaftspreis.de/de/publikumspreis/ Die Preisverleihung findet dann am 5. September in Berlin statt.

Der 2009 gegründete Altöttinger Mieter Konvent hat sich zum Ziel gesetzt, alternativen Wohn-, Kultur- und Lebensraum zu schaffen und ein sozial und ökologisch ausgerichtetes Wohnprojekt in Altötting gegründet. Als Teil des bundesweit vernetzten Mietshäuser Syndikats wurde hier nach genossenschaftlichem Ansatz nachhaltiger und günstiger Wohnraum geschaffen, der nicht der Spekulation auf dem freien Immobilienmarkt unterworfen ist. Darüber hinaus engagieren sich die Vereinsmitglieder in ihrer Nachbarschaft für eine menschenfreundliche Verkehrsplanung, unter anderem als Teil der Altöttinger Bürgerinitiative Neue Mobilität und mischen sich bei gesellschaftspolitischen Themen wie Wohnen, Migration oder Umweltschutz ein. „Wir freuen uns sehr über die Nominierung, da wir der Meinung sind, dass man gerade im direkten lokalen Engagement sehr viel bewegen kann. Wir wollen Sachen selbst in die Hand nehmen und mitgestalten, statt nur über die Verhältnisse zu jammern“, sagt Vorstandsmitglied Theresa Gauer.

Die nebenan.de Stiftung wurde 2017 gegründet. Ihr Ziel ist es, nachbarschaftlichem Engagement eine neue Sichtbarkeit zu geben und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass lokale Gemeinschaften eine fundamentale Bedeutung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft haben. Laut Website gibt die Stiftung „Engagement in der Nachbarschaft ein Gesicht und rückt herausragende Projekte in den Mittelpunkt.“

Um den Nachbarschaftspreis selbst hat sich kürzlich eine kontroverse Diskussion entsponnen. Mehrere nominierte Projekte lehnten die Nominierung aufgrund Horst Seehofers Schirmherrschaft und dessen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik ab.

Der Altöttinger Mieter Konvent wie auch die nebenan.de Stiftung distanzieren sich von den kürzlich getätigten Aussagen Horst Seehofers, die mit deren Grundsätzen der Toleranz, Mitmenschlichkeit und Offenheit nicht vereinbar sind. Wie die Mitglieder des AMK weiter damit umgehen werden, ist derzeit Teil interner Diskussion.


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