24.04.2017, 12:55 Uhr

Kampf gegen den internationalen Drogenhandel Gemeinsame Strategien: Europäisches Drogenfahnder-Netzwerk tagt in Fürth

Foto: Zollfahndung MünchenFoto: Zollfahndung München

Ab Montag, 24. April, treffen sich in Fürth die Chefermittler von Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaften aus 20 Staaten, um Informationen auszutauschen und gemeinsame Strategien in der Drogenbekämpfung zu beraten.

FÜRTH Zu der Veranstaltung mit dem Namen Arbeitsgruppe (AG) Südost hat das Bayerische Landeskriminalamt zusammen mit der amerikanischen Spezialeinheit zur Drogenbekämpfung (DEA) geladen. Auf der dicht gedrängten Tagesordnung finden sich Themen wie der Drogenhandel via Internet und Terrorfinanzierung durch Drogenhandel. "Beides sind hochaktuelle Probleme mit großer gesellschaftlicher Bedeutung", erläutert Kriminaldirektor Jörg Beyser, der das Drogenfahnder-Netzwerk leitet.

Der historisch gewachsene Markenkern der AG Südost ist allerdings die Bekämpfung des Heroinschmuggels entlang der Balkanroute. Dafür wurde das Netzwerk im Jahr 1972 ursprünglich gegründet. Es war die Zeit der berüchtigten French Connection, die damals auch in Hollywood verfilmt wurde.

Die US-Behörden ermittelten in den 1970er-Jahren wegen Heroinlieferungen aus Frankreich, die zuvor über die Balkanroute geschmuggelt wurden. Da die Täter einen Bezug nach München hatten, baten die Amerikaner das Bayerische Landeskriminalamt um Unterstützung, die Geburtsstunde der Arbeitsgruppe. Den Ermittlern gelang es, die French Connection zu zerschlagen, nicht jedoch den Heroinschmuggel entlang der Balkanroute zu stoppen. Die UN schätzt, dass nach wie vor auf diesem Weg jährlich Heroin mit einem Marktpreis von rund 20 Mrd. Dollar geschmuggelt wird. Schätzungen zufolge soll allein in Deutschland der jährliche Heroinverbrauch bei über 50 Tonnen liegen. Die Arbeit wird den Drogenfahndern also nicht ausgehen. 


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