15.06.2016, 19:27 Uhr

Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft 2.000 alkoholgeschädigte Babys kommen jedes Jahre in Bayern auf die Welt

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat werdende Mütter eindringlich vor Alkoholkonsum gewarnt.

BAYERN Die Ministerin betonte am Mittwoch, 15. Juni, anlässlich einer Netzwerktagung zum Thema Fetale Alkoholspektrumstörungen in München: "Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann für das Baby gravierende Folgen haben. Möglich sind Fehlbildungen und psychische Probleme. Deshalb ist mein Appell als Mutter, Ministerin und Medizinerin: Null Promille in der Schwangerschaft!"

Huml fügte hinzu: "Frauen sollten dabei unterstützt werden, während der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Alle sind dabei gefordert – nicht nur die Partner, sondern auch Geschwister, Freundinnen und Freunde. Es ist daher wichtig, sowohl die Mütter als auch ihr persönliches Umfeld über die Gefahren zu informieren. Dafür werben wir auch mit unserer Kampagne 'Schwanger? Null Promille!', die seit ihrem Start im November 2012 sehr erfolgreich läuft. Mein Ziel ist außerdem, dass Betroffene frühzeitig Hilfe finden."

Zu der Netzwerktagung waren mehr als 400 Fachleute aus ganz Bayern eingeladen. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich 4.000 Kinder mit dem sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom und ca. 10.000 weitere Kinder mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) zur Welt kommen. Auf Bayern übertragen wären das insgesamt etwa 2.000 betroffene Neugeborene. Fetale Alkoholspektrumstörungen umfassen angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten in Folge des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft. Die Netzwerktagung ist ein Element im Rahmen der diesjährigen Schwerpunktkampagne des Bayerischen Gesundheitsministeriums zum Thema psychische Gesundheit. Zunächst wird dabei die Lage bei den Kindern und Jugendlichen in den Fokus gerückt. Die Kampagne will einen offeneren Umgang mit dem Thema fördern, damit den Betroffenen besser geholfen werden kann. Im Herbst geht es dann um Depressionen bei Erwachsenen.

Weitere Informationen zum Jahresschwerpunkt psychische Gesundheit finden sich im Internet unter www.aktiv-schauen.de.


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