28.04.2013, 19:28 Uhr

"Gemeinsam gegen Rechtsextremismus": Aktion: Fußballer setzen ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Foto: Bayerischer Fußball-Verband e. V.Foto: Bayerischer Fußball-Verband e. V.

Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Rechtsextremismus" haben der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und das "Bayerische Bündnis für Toleranz" am Wochenende bayernweit ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus gesetzt.

BAYERN Bei acht Spielen der Bayernliga Nord und Süd und einem Landesliga-Spitzenspiel warben prominente Vertreter des BFV, des Bündnisses, der beteiligten Städte und Gemeinden sowie hohe kirchliche Würdenträger gemeinsam mit den Vereinen für mehr Toleranz und Respekt und machten deutlich, dass rechtsextreme Gruppierungen weder im Fußball noch in der Gesellschaft eine Plattform bekommen dürfen.

"Der Fußball ist die größte Sportbewegung in Bayern und damit eine der größten gesellschaftlichen Bewegungen. Fußball ist viel mehr als nur 90 Minuten sportliches Geschehen und das müssen wir alle zeigen. Fußball steht für alle Kulturen, für Menschen aller Religionen und Nationalitäten und bekennt sich auch ganz klar zu Toleranz, Respekt und Fairplay. Rechtsextremismus hat in unserem Land nichts verloren und da sagen auch wir Fußballer deutlich: Rote Karte für den Rechtsextremismus", erklärte BFV-Präsident und DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch im Vorfeld der Partie des FSV Erlangen Bruck gegen die SpVgg Bayreuth.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte in Erlangen: "Die NSU-Mordserie hat uns die Folgen von politischem Extremismus auf grausamste Weise vor Augen geführt. Unser Bündnis setzt klare Signale dagegen: Miteinander, vertrauensvoll und entschlossen gehen wir gegen den Rechtsextremismus vor. Uns verbindet die feste Überzeugung, dass für extremistische Ideologien keinerlei Platz in unserer Gesellschaft sein darf. Mehr als 40 Partner aus allen Feldern unserer Gesellschaft verteidigen gemeinsam unsere Werte: die Würde des Menschen, unserer freiheitliche Demokratie und unseren Rechtstaat."

Bei der Aktion in Wolfratshausen machte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm deutlich: "Ich finde es eine tolle Idee, dass auf vielen Fußballplätzen in Bayern das Thema Einsatz gegen Rechtsextremismus im Zentrum steht. Es spielt eine wichtige Rolle, dass sich aus der Mitte der Gesellschaft heraus so viele Initiativen und Bündnispartner zusammenschließen, um sich gegen rechtsextreme Tendenzen einzusetzen. Wir wollen ein Zeichen für Menschenwürde setzen und zeigen, dass der Sport alle Menschen zusammenbringt und verbindet."

Vor dem Anstoß liefen die Mannschaften sowie BFV- und Bündnis-Vertreter bei allen Spielen zusammen mit einem großen Banner "Gemeinsam gegen Rechtsextremismus" aufs Spielfeld. Alle Zuschauer erhielten mit ihrer Eintrittskarte einen Flyer zur Aktion und wurden mit einer Stadiondurchsage vor dem Anpfiff aufgefordert, sich aktiv für Toleranz, Respekt und Fairness einzusetzen.

Vor einigen Wochen hatte sich bereits DFB-Präsident Wolfgang Niersbach mit Blick auf den bevorstehenden NSU-Prozess in einem offenen Brief an die rund 26.000 Fußballvereine in Deutschland gewandt und dazu aufgerufen, Rechtsextremismus und Diskriminierung in Deutschland ins Abseits zu stellen.


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