01.02.2012, 08:50 Uhr

Hammer: IPad 3 und IPhone 5: Apple gibt Bestellung bei Osram in Regensburg auf

Osram Foto: Apple / srOsram Foto: Apple / sr

Apple, das ist die Kult-Marke schlechthin – mit Produkten wie iPhone und iPad hat der im Herbst verstorbene Steve Jobs die Welt verändert. Für Lieferanten gilt strenges Sprechverbot gegenüber der Presse. Doch wie Unternehmerkreise bestätigten, gibt es einen Auftrag von Apple für die Regensburger Firma Osram Opto Semiconductors. Es geht um Chips aus LED: Hightech made in Boomtown!

REGENSBURG _25 CUPERTINO Kürzlich noch jubelte Apple über den größten Gewinn aller Zeiten im letzten Quartal, jetzt fiebern die Apple-Jünger bereits, weil weitere Produkte der Kultmarke vor der Veröffentlichung stehen: Insider rechnen Ende Februar, Anfang März mit der dritten Auflage des iPad, das den Medien- und Computermarkt seit seiner Einführung revolutioniert hat.

Verlage erhoffen sich durch das iPad, einbrechende Verkaufszahlen von Printprodukten wett zu machen, auch regionale Zeitungen wie die Mittelbayerische haben eine iPad-App, so nennt man die Programme, die man sich teils gegen Geld, teils kostenlos herunter laden kann. Und schon im Sommer wird mit dem iPhone 5 gerechnet, Apple-Anhänger waren schon sehr, sehr traurig, dass die letzte Veröffentlichung von Apple im Herbst lediglich „4s“ hieß und optisch keine Veränderung mit sich brachte. Da konnte auch die neue Sprachsteuerung „Siri“ nicht darüber hinwegtäuschen. Und zu guter Letzt will das Unternehmen mit Apple TV den Fernsehmarkt revolutionieren – nach dem Tod von „iGod“ Steve Jobs im letzten Jahr tut eine solche Revolution in Cupertino/Kalifornien auch wirklich Not.

Was das alles mit Regensburg zu tun hat?

Eine ganze Menge!

Informationen des Wochenblattes zufolge, die von Unternehmenskreisen bestätigt wurden, gibt es einen Auftrag für Osram Opto Semi Conductors aus dem Hause Apple. Eigentlich sollte die Produktion für Apple im Januar anlaufen, doch es gab eine Verzögerung, nun soll im März begonnen werden, heißt es aus Unternehmenskreisen. Offizielle Bestätigungen von der Pressestelle für den Auftrag zu erhalten, ist allerdings unmöglich: „No Comment“, kommt da ostentativ, kein Wunder, Apple hat seinen Zulieferern, die ansonsten oftmals in Asien ansässig sind und ihren Mitarbeitern nicht immer die besten Arbeitsbedingungen bieten, streng an der Kandare. Neue Produkte werden bei Apple streng geheim gehalten. Wie das Wochenblatt jedoch erfuhr, handelt es sich natürlich um LEDs, die von Apple bestellt wurden, allerdings um ganz besondere. Vor vielen Jahren schon hat sich Osram gegen die Fabrikation von Displays entschieden, es geht also bei den OLEDs, den organischen LEDs, die von Osram kommen, nicht um den durch Berührung das Gerät steuernden Bildschirm. Hier möchte Apple zwar, so heißt es in einschlägigen Foren im Internet, auf OLED-Technik umsteigen, doch diese wird von anderen Zulieferern angefordert.

Osram aber könnte sich mit einer am Standort Regensburg entwickelten Technologie bei Apple etablieren, die derzeit mit Erfolg realisiert wird: Chips, die mit OLEDs funktionieren. Auf sogenannten Wafern, die einen Durchmesser von 15 Zentimetern haben, passen derzeit 17.000 einzelne Chips. LEDs können auch in der Speicherung von Daten und in der Übertragung von Informationen verwendet werden. Offenbar handelt es sich beim Apple-Auftrag um eine solche Anwendung, nicht um das Display. Das neue iPad 3 soll sogar dreidimensionale Darstellungen mit der OLED-Technik im Bildschirm ermöglichen, die angekündigte Revolution könnte also wahr werden, denn Apple will damit vor allem den Spielkonsolen-Markt aufmischen. Und das neue iPhone, das im Sommer kommt, soll durch eine neuartige Form überzeugen. Wenn darin Osram-Technik aus Regensburg verbaut wird, dürfte das auch für das Image des Wirtschaftsstandortes zuträglich sein.

Übrigens hat Osram einen Abbau von 1.000 Arbeitsplätzen angekündigt, weil die Glühbirnen-Produktion dem Unternehmen zu schaffen macht. Die EU hat die Glühbirne verboten, doch ein großer Teil des Konzerns produziert noch die veralterte Technik. Gerüchte, wonach ein Stellenabbau am Produktionsstandort Berlin zur Verlagerung von Leiharbeitern von dort nach Regensburg nach sich ziehen könnte – zu Ungunsten der Regensburger Leiharbeiter – wurde von Osram dem Wochenblatt gegenüber dementiert. Vielmehr sei zukünftig noch weiter mit Investitionen in den Zukunftsmarkt LED zu rechnen – und somit in den Standort Regensburg.


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