22.01.2020, 13:55 Uhr

Die Saison ihres (Reiter-)Lebens Teresa Jurk und Waikadia reiten von Erfolg zu Erfolg


Die Straubinger Springreiterin und ihre Stute Waikadia blicken auf ein unglaubliches Jahr zurück.

STRAUBING „Mama, Papa, das war mein bisher erfolgreichstes Jahr im Reitsport“, so analysierte Teresa Jurk , 24 Jährige Springreiterin aus Straubing das Jahr 2019, nachdem sie Ende des vergangenen Jahres als Gesamtsiegerin des European Youngster Cups 2019 in Salzburg die Salzburg Arena verließ. Davor hatte sie im Weltranglisten-Ranking „Springen mit Hindernissen von 155cm Höhe“ eine internationale Platzierung mit ihrer Stute Waikadia erhalten. Um es für den Reitsport-Laien verständlicher zu machen: die im TV gezeigten Springen mit den Reitsport-Größen Ludger Beerbaum oder Marcus Ehning sind 155 cm bis max. 160 cm hoch. Teresa ist genau 160 cm groß und konnte beim vorangegangenen Besichtigen des Parcours nicht mehr über die Stangen sehen!

Für Pferd und Reiterin eine gewaltige Herausforderung! Noch nie waren sie so hoch gesprungen. Vor dem Wettkampf war also für Nervosität gesorgt. Doch Waikadia, die heißblütige Schimmelstute, war gierig darauf, endlich im Parcours zeigen zu können, was in ihr steckt. Reiterin Teresa allerdings war ein Nervenbündel. Vor so großem Publikum, mehreren tausend Zuschauern in der Salzburg Arena, reiten zu dürfen, das hatte die junge Straubingerin noch nicht erlebt. Doch dank zahlreicher Tipps von Denis Nielsen, einem der besten Reiter Deutschlands, hatte sich Teresa trotz der großen Anspannung im Griff. Seit Wochen fieberte das Team um die junge Reiterin bereits auf den Start hin.

Fritz Häusler, der sich um die Versorgung der Pferde zu Hause bei Mengkofen kümmert und das ganze Jahr über dafür sorgt, dass die Vierbeiner in Form bleiben und es ihnen an nichts fehlt, hatte zusammen mit der Kinderpflegerin, die reine Amateurreiterin ist, einen Trainingsplan aufgestellt, um am Punkt fit zu sein.

Vorangegangen war ein Jahr mit sportlichen Höhepunkten, die im Frühjahr 2019 mit dem Sieg des European Youngster Cups, einer Wertung für junge Springreiter bis 25 Jahre und Parcours Springen mit 145 cm Höhe in Magna Racino, Österreich, begann. Die Stationen für diesen Cup waren in ganz Europa und teilweise der USA verteilt und der jeweilige Sieger war für Salzburg gesetzt.

Nach etlichen Siegen in schweren Springen und vielen Platzierungen der Schimmelstute war der nächste Höhepunkt im August die Verleihung des deutschen Reitabzeichens in Gold, das Teresa als einzige Reiterin des RC Straubing, der seit 60 Jahren besteht, im Sommer erhielt.

Es ist eine Auszeichnung für Reiter, die mehr als zehn Siege in Springen der schweren Klasse sowie mindestens einem Sieg in Springen der Klasse „S**“ und weitere Platzierungen erritten haben. Teresa hat dies mit nur einem Pferd erreicht. Diese Auszeichnung ist einer der Höhepunkte in der Karriere eines Amateurreiters – denn hoch hinaus in die Welt der ganz Großen kommt man ohne finanzkräftige Unterstützung von Sponsoren in diesem Sport nicht. Man muss haushalten mit dem Pferd, nur auf Turnieren mit hervorragenden Böden reiten und entsprechend trainieren. Die meisten Profis fahren bereits Dienstag oder Mittwoch auf die Turniere, um die Pferde an die neue Umgebung und die Ställe zu gewöhnen und den Veterinär-Check zu absolvieren. Das ist natürlich bei einem normal berufstätigen Reiter nicht möglich.

Jetzt hat Waikadia erst einmal wohlverdiente Winterpause. Teresa kümmert sich in dieser Zeit verstärkt um ihren Youngster, der im selben Stall steht und von Teresa trainiert wird. Denn die erfolgreiche Reiterin bereitet ihre jungen Pferde selbst vor und macht sie fit für neue, große Herausforderungen. (sms)


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