12.06.2020, 10:41 Uhr

Pandemie Wackersdorfer Panoramabad öffnet schrittweise – der Erlebnispark bleibt geschlossen


Das Panoramabad in Wackersdorf startet am Dienstag, 16. Juni, unter Einschränkungen in eine außergewöhnliche Freibadsaison. Die beliebten Wasserspielbereiche des Erlebnispark Wasser-Fisch-Natur am Murner See hingegen bleiben auf absehbare Zeit geschlossen.

Wackersdorf. „Einen Badebetrieb wie sonst wird es in diesem Jahr vermutlich nicht geben. Nur das Schwimmerbecken ist geöffnet“, erklärt Michael Meinhardt, Fachangestellter für Bäderbetrieb im Wackersdorfer Panoramabad. Die vorläufigen Spielregeln für die Öffnung des Panoramabads stehen: Reiner Schwimm- und kein Freizeitbadbetrieb, erhöhte Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen, Begrenzung der Besucherzahl. „Vereinfacht gesagt: Die Leute kommen, schwimmen und gehen wieder“, so Meinhardt. Wie die einzelnen Maßnahmen, die beispielsweise die Einhaltung des Mindestabstands sicherstellen sollen, im Detail umgesetzt werden, wurde vorab genau ausgearbeitet und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. So sind Liegebereiche, Rutsche, Nichtschwimmer- und Kleinkinderbecken zunächst gesperrt. „Der Großteil der Freibäder, sofern sie in dieser Saison überhaupt öffnen, handhaben es zum Start ähnlich“, sagt Thomas Bauer, Wassermeister der Gemeinde. Die Öffnung weiterer Bereiche des Bads oder eine Erhöhung der Besucherzahl werden vor dem Hintergrund der ersten Erfahrung des laufenden Betriebs und rechtlicher Vorgaben laufend überprüft. Bürgermeister Thomas Falter denkt dabei vor allem an die Familien: „Ein möglicher nächster Schritt könnte die Freigabe des Nichtschwimmerbeckens sein. Hier könnten Eltern mit ihren Kindern das Schwimmen üben.“

Die Corona-„Spielregeln“ im Panoramabad

Im Schwimmerbecken, und damit im gesamten Bad, dürfen sich vorerst maximal 13 Personen gleichzeitig aufhalten. Vom Eingang bis zum Becken müssen alle Besucher einen Mund-Nasenschutz tragen, beim Schwimmen darf die Maske abgenommen werden. Im Becken gilt eine „Einbahnstraßenregelung“ mit Rechtsverkehr. So wird gewährleistet, dass die Mindestabstände auch beim Schwimmen eingehalten werden können. Da die geöffneten Bereiche des Freibads mehrmals täglich gründlich gereinigt und desinfiziert werden müssen, ergibt sich ein permanenter Wechsel aus „Schwimmzeit“ und „Reinigungszeit“. Um 11 Uhr, 12:30 Uhr, 14 Uhr, 15.30 Uhr, 17 Uhr und 18.30 Uhr ist das Bad für jeweils 60 Minuten geöffnet. Nur der erste Block des Tages fällt aus diesem Rahmen: Der 9-Uhr-Block beträgt 90 Minuten, er richtet sich vor allem an die Stammkundschaft der Aqua-Jogger. Nach jedem dieser Schwimmblöcke wird für eine halbe Stunde geschlossen, um beispielsweise Handläufe und Einstiege desinfizieren zu können. Da die Umkleidekabinen im Gebäude derzeit geschlossen bleiben, wurden im Außenbereich provisorische „Freiluft-Umkleiden“ installiert. Die Toilettenanlagen können unter Maskenpflicht genutzt werden. „Das ist auch für uns eine völlig neue Situation. Wir bitten alle Gäste, sich an die Regeln zu halten“, betont Michael Meinhardt, und weiter: „Wir wollen, dass der Betrieb trotz der Umstände reibungslos läuft. Das funktioniert nur mit Terminvergabe.“ Um den Besucherandrang besser kanalisieren zu können, erfolgt der Zutritt in das Bad nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung. Eine entsprechende Hotline ist ab Montag, 15. Juni, täglich von 8 bis 9 Uhr unter der Telefonnummer 0174/ 1034082 geschaltet. Die Gemeinde hat die Eintrittspreise an die verkürzte Saison und das eingeschränkte Angebot angepasst. Ein Saisonticket kostet 15 Euro, ein Einzelticket einen Euro. Weitere Ticketmodelle sind bei weiteren Öffnungen denkbar. Ähnlich wie in der Gastronomie müssen Kontaktdaten aller Besucher dokumentiert und für jeweils 30 Tage aufbewahrt werden. Die Schlechtwetter-Regelung wird während dieser Saison ausgesetzt, das Bad bleibt nur bei Gewitter oder Unwetter geschlossen.

Kein verantwortungsvolles Konzept für Erlebnispark

„Die Tatsache, dass vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in fast allen Badeeinrichtungen derzeit realistisch nur ein Schwimm- und Sportbetrieb stattfinden wird, stellt uns im Erlebnispark Wasser-Fisch-Natur vor grundsätzliche Probleme“, sorgt sich Bürgermeister Thomas Falter. Der beliebte Wasserspielbereich bestehe ausschließlich aus genau solchen Settings, die man in Freibädern derzeit aus Gründen des Infektionsschutzes sperre: Liegewiesen, Spielgeräte, kindgerechte Wasserflächen.

Selbst die Einrichtung einer „Einbahnstraßen“-Regelung, getrennter Ein- und Ausgänge und die Sperrung der Umkleideanlagen würden die zentralen Probleme nicht oder kaum lösen. „Die Personenanzahl in der Anlage lässt sich nicht steuern. Zumal wir mit einem extremen Andrang rechnen – durch die Einschränkungen in den Freibädern wären wir mit die einzige Wasserfreizeiteinrichtung für Familien in der Region“, schildert Ortstouristiker Michael Weiß. Man habe sich auch mit Kommunen abgestimmt, die vergleichbare Anlagen betreiben und vor ähnlichen Problem stünden. Die Gemeinde beobachte die Entwicklungen sehr genau. Ob eine Öffnung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann, stehe in den Sternen. „Wenn wir eine verantwortungsvolle und Corona-konforme Basis finden oder sich die Rahmenbedingungen entsprechend ändern, öffnen wir“, so der Bürgermeister. Bis dahin haben immerhin die drei Teiche zur Naturbeobachtung und der Kiosk der Anlage geöffnet.

Genaue Informationen und die Details zum Betriebsablauf in Coronazeiten sind online unter www.wackersdorf.de und in Aushängen im Bereich des Freibads veröffentlicht.


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