03.01.2019, 11:56 Uhr

Tolle Leistung Jana Lang aus Schmidgaden erneut Europameisterin im Dressurreiten

Jana Lang. (Foto: RSG Nonnhof)Jana Lang. (Foto: RSG Nonnhof)

Jana Lang aus Schmidgaden ist erneut Europameisterin im Dressurreiten – die 15-jährige Schülerin des JAS-Gymnasiums in Nabburg geht als Dritte der Weltrangliste für ihren neuen Verein RSG Nonnhof in die kommende Saison.

SCHMIDGADEN Auch für die amtierende Europameisterin 2017 begann im letzten Jahr der Qualifikationsweg für die Europameisterschaften über den Weg „Preis der Besten“ im Februar auf der Olympiareitanlage München-Riem. Mit zwei Siegen ging es zum Sichtungslehrgang bei Bundestrainerin Cornelia Endres in Balingen, von dort aus für die 20 Besten aus Süddeutschland nach Kronberg auf die Reitanlage der Familie Linsenhoff. Dort wurde Jana schon am ersten Tag mit einem Sieg ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit dem Gesamtsieg im Gepäck ging es zum Finale „Preis der Besten“ nach Warendorf, gleichzeitig erste Eurosichtung. Routiniert zeigten Jana und ihr Pony „NK Cyrill“ auch hier sehr gute Leistungen und holten sich somit die Fahrkarte für die zweite Eurosichtung in Hagen am Teutoburger Wald bei den „Future Champions“, dem größten Jugendreitturnier der Welt. Bei gigantischer Atmosphäre zeigte die 15-Jährige auf ihrem Lieblingsturnier ihr ganzes Können. Mit drei Siegen bei drei Starts reiste sie wenige Wochen später zur letzten Eurosichtung nach Langenfeld und konnte sich dort mit souveränen Leistungen eines der vier begehrten Euro-Tickets sichern.

Schon eine Woche zuvor wurden die Nominierten ins DOKR (Deutsches Olympiade-Komitee für Reiterei) in Warendorf eingeladen, um sich unter den erfahrenen Augen von Bundestrainerin Cornelia Endres optimal vorbereiten zu können. Doch nicht nur das. Ab sofort wurde nichts dem Zufall überlassen. Nachdem sich die Reiter bereits im Vorfeld einem sportmedizinischen Leistungstest unterziehen durften, wurden die Ponys während des Lehrgangs von der verantwortlichen Tierärztin des Bundeskaders, welche die Ponys auch auf dem Transport und während des gesamten Turniers betreute, nicht mehr aus den Augen gelassen. Dazu gehörte auch das Üben des Veterinärs-Checks und des Messens. Weiterhin wurde die Mannschaft samt ihren Ponys komplett eingekleidet, es gab Hilfestellungen für die jungen, oft international noch unerfahrenen Reiter über das richtige Verhalten bei internationalen Pressekonferenzen, Fototermine und vieles mehr.

Nachdem man 2017 in den Südosten Europas, nach Ungarn reiste, ging es 2018 genau in die entgegengesetzte Richtung nach Nordwesten in das ca. 1000 km entfernte Bishop Burton in England. Logistisch gesehen trotz kürzerer Fahrstrecke eine deutlich höhere Herausforderung als im Jahr zuvor. Es mussten Fährtickets, Vorauszahlungen für mautpflichtige Brücken und eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit auf halber Strecke organisiert werden, um die Pferde nicht unnötig zu belasten. Wegen der hohen Temperaturen im August wurde nachts gefahren, auch weil da der Verkehr und die Gefahr eines Staus am geringsten sind. Nach zwei Nachtfahrten, der Kanalüberquerung per Fähre und 500 Kilometern Linksverkehr erreichte der Konvoi mit 15 Pferden unbeschadet das Kollege in Bishop Burton. Bei rauem Klima, das heißt 15 Grad, Regen und Wind wurde aufgestallt. Nachts sank das Thermometer teilweise sogar unter zehn Grad, womit nicht jeder Teilnehmer gerechnet hatte. Eindecken der hitzegewohnten Ponys war angesagt, und das Mitte August!! Nach kurzer Akklimatisierung wurde es ernst. In der Mannschaftswertung gingen 53 Paare aus 17 Nationen an den Start. Am ersten Tag, also der Hälfte der Starter, lag die deutsche Mannschaft in Führung, Jana und Cyrill holten sich mit 74,514 Prozent den Tagessieg. Am darauffolgenden Tag konnte die deutsche Mannschaft ihren Vorsprung sogar noch ausbauen. Bereits nach dem dritten deutschen Paar war ihnen der Titel des Mannschafts-Europameisters 2018 nicht mehr zu nehmen. In der Einzelwertung konnten Jana und Cyrill den Erfolg des Vorjahres wiederholen. Mit 75,459 Prozent wurden sie erneut mit der Bronzemedaille belohnt. Wieder zurück im warmen Deutschland gab es zu Janas Ehren eine große Willkommensfeier auf dem elterlichen Gestüt Nonnhof.

Die kommende und damit letzte Ponysaison möchte Jana mit Ihrem Ponywallach „Nur für Dich“, welcher ebenfalls schon international siegreich war, noch einmal richtig genießen. Bereits 2018 konnte sie mit ihrem Lehrpferd Micello ihren ersten Sieg in der schweren Klasse verzeichnen. Um auch für die Juniorenzeit ab 2020 gut vorbereitet zu sein, wird Jana schon in der kommenden Saison mit ihren zwei Nachwuchspferden an den Start gehen.


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