07.10.2018, 18:41 Uhr

Kult Der Tempel-Marathon – ein Lauf, der sich von allen anderen unterscheidet

(Foto: alexmaster/123rf.com)(Foto: alexmaster/123rf.com)

Zum fünften Mal wurde am Tag der Deutschen Einheit heuer der „Tempel Marathon“ ausgetragen. Mittlerweile hat er sich zum kleinen, aber feinen Kult-Lauf entwickelt, der in Deutschland der einzige Lauf ist mit der historischen Distanz von 38,5 km und in dem die Völkerverständigung eine wichtige Rolle spielt.

ETSDORF/LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Fünf extra aus Griechenland auf eigene Kosten angereiste Läufer liefen in historischen Kriegerkostümen, ähnlich dem Läufer vor 2.500 Jahren. Mit Speer, Schild und Helm bepackt war das ein Lauf unter erschwerten Bedingungen. Die Griechen waren von der Stimmung und der Landschaft begeistert. Sie wollen auch in Zukunft am Lauf teilnehmen. Schon am nächsten Morgen ging um 6 Uhr ihr Flieger zurück. Für sie war es eine neue Erfahrung, dass Bayern nicht nur aus München und Oberbayern besteht, sondern dass es doch in der Oberpfalz viel schöner ist.

Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Alwin Märkl, die den Startschuß gaben, waren sich einig, dass sie den Beteiligten Läufern und allen Helfern großen Respekt zollen Gerade nachdem es zum Start um 10 Uhr auf dem Bauplatz der Glyptothek noch kühl und feucht war. Rechtzeitig zur Siegerehrung gab es dann aber Sonnenschein und der Lauf endete in einem bayerisch-griechischen Freundschaftsfest. Die schnellsten Marathon Läuferinnen kamen aus Amberg, Regensburg und Annaberg-Buchholz, die schnellsten Männer auf dieser Strecke waren aus Pappenheim, Tennenlohe und Amberg. Michael Kreißl, schnellster Läufer nahm zum ersten Mal an diesem Lauf Teil und war begeistert von der Organisation und von der Landschaft und der Strecke mit abwechslungsreichen Feldwegen und Asphaltstraßen. Unter den Laufevents zählt die Veranstaltung zu den ganz Besonderen. Nur alle zwei Jahre ausgetragen, ist der Name hier Programm. Denn rund um die 38 Kilometer, die es zu absolvieren gilt, dreht sich alles um den griechischen Vorreiter des Sports.

So entspricht die Distanz nicht den gängigen 42,195 Kilometern, sondern der Strecke zwischen Athen und Marathon, eben der historischen Marathondistanz von ca. 38 Kilometern. Neben den Strecken Marathon, Halbmarathon und Viererstaffel gibt es wieder die Disziplin „Run & Bike“. Mitmachen können Frauen- und Männerteams (auch gemischt). Zum fünften Mal nach 2011, 2012, 2014, 2016 war auch 2018 wieder „unser“ griechischer Läufer Aristoteles Kakogeorgiou mit nun 81 Jahren aus Thessaloniki angereist. „Es handelt sich um einen einzigartigen Marathon, der sich von allen Tausenden Marathons der Welt unterscheidet. Ein Marathon, der die Distanz der ursprünglichen Route nimmt, die der Gründer des Marathons bekannt als „Pheidippides“, vor über 2500 Jahren gelaufen ist. Diese Strecke, die nach einer tagelangen Schlacht bei Marathon, der Marathonkämpfer von Marathon nach Athen Zentrum zu laufen hatte, war ca. 38 km und nicht 42,195. Die 42,195 Km kamen durch die Briten im Jahre 1908 zu Stande – und zwar als die Olympischen Spiele in London 1908 stattfanden, hatte die Königin von England den Wunsch, den Marathon vom Palast aus sehen zu können. Die Engländer legten eine geeignete Strecke fest und nach Durchführung des Marathons haben sie den Weg gemessen und festgestellt, dass die Strecke auf 42,195 kam. So entstanden die 42,195 Kilometer. Selbst in Athen beim so genannten „authentischen Marathon“, gibt es die getreue Kopie der Route, die die Engländer etabliert haben. Weshalb die Marathonläufer nach dem fünften Kilometer ab Marathonstelle vertikal nach links drehen und nach circa zwei Kiloemetern, die gleiche Strecke wieder zurück laufen, um auf die Gesamtdistanz zu kommen, damit sie wieder auf dem richtigen Weg weiter laufen können. Diesen Weg lief der Marathonkämpfer, um den Athenern die erfreuliche Nachricht zu bringen „Wir haben gesiegt“. Er war müde und erschöpft und so hatte er keinen Grund hin und her zu laufen. Wie alle wissen, schaffte er es gerade noch, den Athenern das „Nenikekamen“ zu sagen, und fiel tot zu Boden. So fügen alle die vier Kilometer auf 38 Kilometer bei, um dem Wunsch der britischen Königin zu entsprechen. Der Etsdorfer Lauf in Erinnerung an die Schlacht von Marathon, zu Ehren der über 2500 jährigen Geschichte der Demokratie und zu Ehren des „Europäischen Gedankens“ gibt der Veranstaltung des Tempels Marathons einen besonderen Wert der den Tausenden anderen Marathonläufen fehlt.“ Aristoteles Kakogeorgiou, Thessaloniki (81, Läufer und Organisator von Marathonläufen, Teilnehmer aller bisherigen Tempel Marathons).


0 Kommentare