18.09.2020, 12:57 Uhr

Sport Golferin Marie-Agnes Fischer (14) auf dem Weg zum Olympischen Traum

Die 14-Jährige geht in Regensburg zur Schule – viel Zeit verbringt sie auf Golfplätzen. Foto: privatDie 14-Jährige geht in Regensburg zur Schule – viel Zeit verbringt sie auf Golfplätzen. Foto: privat

Die Stadt Regensburg ist eine Sportstadt – das heißt es immer so schön. Und in der Tat: Die Erfolge können sich sehen lassen. Der Jahn spielt stabil 2. Liga, die Legionäre konnten schon den ein oder anderen Titel in die Domstadt holen. Und auch Bayerns talentierteste Nachwuchsgolferin kommt aus Regensburg. Richtig gelesen – die 14-jährige Maria-Agnes Fischer trägt Regensburg bei nationalen und internationalen Turnieren in die Welt.

Regensburg. Maria-Agnes Fischer ist gerade mal 14 Jahre alt – und schon seit acht Jahren schwingt die Schülerin, die die neunte Klasse des St.-Marien-Gymnasiums besucht, den Golfschläger. Damals lebte die Familie in China, da der Vater beruflich dort hinversetzt worden war. Die Familie wohnte neben dem Golfplatz – und so ergab es sich, dass Marie-Agnes und ihr Bruder (heute 19) anfingen, den Golfschläger zu schwingen. Auch erste Turniere spielten die beiden. Nach der Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2015 blieb Marie-Agnes beim Golfsport – und ist damit sehr erfolgreich. Erst am vergangenen Wochenende gewann Fischer beim Golfclub Schloss Westerholt die Deutsche Meisterschaft in ihrer Altersklasse AK 14. Mit 13 Schlägen Vorsprung ließ sie die Konkurrenz hinter sich. Fischer spielt dabei für den Münchener Golfclub, trainieren kann sie auf dem Golfplatz Deutenhof in Bad Abbach.

Das Coronavirus hat auch den Turnierkalender bei den Golfern durcheinander gewirbelt. Normalerweise beginnt die Saison im März und dauert bis Oktober. Dieses Jahr hat sich alles nach hinten verschoben, den Lockdown nutzte Fischer, um ausgiebig zu trainieren. Vor allem die mentale Stärke sei wichtig, so Fischer. Ein Turnier dauere schon mal fünf Stunden – und man müsse zu jeder Zeit hochkonzentriert sein. „Im vergangenen Jahr habe ich zu sehr auf die Technik geachtet – in diesem Jahr habe ich viel dazu gelernt, gerade im Bereich der mentalen Stärke“, berichtet die junge Golferin. Und auch diese Stärke kann man trainieren. Fischer meditiert, um ganz bei sich zu sein. „Es ist wichtig, auf dem Golfplatz ganz da zu sein – nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft“, so Fischer. Meditation helfe ihr hier sehr.

Ebenso wichtig ist es für Fischer, einen Ausgleich zu haben. Neben Schule und dem Golfsport widmet sie sich auch viel ihrem Freundeskreis, um auch hier die für den Golfsport nötige Ausgeglichenheit zu finden.

Dass der Golfsport in der Bevölkerung weniger Beachtung findet und von manchen gar nicht als Sport angesehen wird, findet Marie-Agnes Fischer schade. Golf sehe zwar im Fernsehen sehr einfach aus, dabei müsse man erstmal den Ball richtig treffen können.

Nach einem Turnier ist meist auch schon wieder vor einem Turnier – vor allem 2020, wo durch Corona alles etwas anders ist. Und so bereitet sich Marie-Agnes Fischer schon wieder auf die nächsten Turniere vor. Zunächst stehen die Offenen Bayerischen Meisterschaften an. Vor allem aber hofft Fischer auf eine Nominierung für die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft. Als diejenige, die erst kürzlich die Clubmeisterschaft beim Münchener Golfclub gewonnen hat, stehen die Chancen hier nicht schlecht.

Und da gibt es noch ihn – den großen Traum. „Die Olympiade“, sagt Fischer. Im kommenden Jahr finden die Olympischen Spiele in Tokio statt, „ich glaube, das ist noch ein bisschen zu früh“, sagt Fischer. In fünf Jahren soll es dann soweit sein – „da ist jetzt jedes Turnier so ein kleiner Schritt zur Olympiade“, sagt Fischer – das Ziel immer vor Augen!


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