24.04.2020, 15:47 Uhr

Pandemie Leichtathletik-Europameisterschaften in Paris abgesagt

 Foto: Kiefner Sportfoto Foto: Kiefner Sportfoto

Nun ist es amtlich: Am Donnerstag, 23. April, wurden auf einer außerordentlichen Sitzung des örtlichen Organisationskomitees mit dem französischen Leichtathletik-Verband FFA die diesjährigen Europameisterschaften in der Leichtathletik, die vom 25. bis zum 30. August im Pariser Charlety-Stadion hätten stattfinden sollen, abgesagt.

Regensburg. Nachdem man einige Optionen, die man in vorhergehenden Sitzungen erarbeitet hatte, auf Grund der neuesten Pandemie-Entwicklungen in Frankreich samt und sonders verwerfen musste, blieb am Schluss nur noch die Absage. Das European Athletics Council des europäischen Leichtathletik-Verbandes will auf einer Video Konferenz am 7. und 8. Mai Möglichkeiten diskutieren, wie man die Meisterschaften 2021 im bereits durch die Pandemie stark veränderten Kalender 2021 positionieren könnte.

Mit Bedauern nahm man bei der LG Telis Finanz Regensburg die Absage zur Kenntnis. Die Athletinnen und Athleten des Clubs hatten schon mit sieben Normerfüllungen geglänzt. Dazu Teamchef Kurt Ring: „Unsere Sportler waren auf einem guten Weg zu den kontinentalen Meisterschaften. Sie sollten für mehr als eine Handvoll den Saisonhöhepunkt darstellen. Auf Grund der Pandemie-Entwicklungen der letzten Wochen haben wir aber bereits mit der Absage gerechnet, so bedauerlich das Ganze auch sein mag.“

In der Tat hatte vor allem das Regensburger Laufteam der LG schon kräftig vorgelegt. Simon Boch und Miriam Dattke standen mit der Erfüllung der A-Norm über 10.000 Meter im Sommer 2019 bereits für Paris fest, weil es nach derzeitiger Lage im Zeitraum bis August kaum noch weitere Qualifikationsmöglichkeiten gegeben hätte. Beide hatten dann beim internationalen Halbmarathon am 16. Februar in Barcelona nachgelegt und sich auch dort eine weitere Fahrkarte mit ihren neuen, deutlich unter der A-Norm des DLV liegenden Bestleistungen von 1:02:31 Stunde und 1:11:40 Stunde erlaufen. In der katalanischen Metropole blieben mit Domenika Mayer (1:13:09 Stunde), Thea Heim (1:13:23 Stunde) und Konstantin Wedel (1:03:28 Stunde) drei weitere Telis-Asse unter den vom Deutschen Leichtathletik-Verband geforderten A-Normen (1:04:00 Stunde/1:14:00 Stunde).

„Beim Leistungsbild unserer Langsprinterinnen bei den diesjährigen Deutschen Hallen-Meisterschaften konnte man durchaus berechtigte Hoffnungen hegen, dass die neue Deutsche Meisterin Corinna Schwab ebenso wie ihre Teamkollegin, Jugendmeisterin Mona Mayer, zumindest für die deutsche Vier-mal-400-Meter-Staffel, die beiden Kurzsprinterinnen Kati Fehm und Amelie-Sophie Lederer für die Vier-mal-100-Meter-Staffel in Frage gekommen wären. Auch Langstreckler Florian Orth hätten wir über 5.000 Meter seine fünfte EM-Teilnahme in Folge zugetraut, ebenso Benedikt Huber über 800 Meter seine dritte in Folge“, umreißt Ring die Lage seiner Asse vor der Absage.

Nun legt man im Regensburger Lager mit den Olympischen Spielen – für die sich die Marathon-Läuferin bei Erfüllung der Norm mit 2:28:25 Stunden in Position gebracht hat und weitere Telis-Athletinnen und -Athleten, für die 2020 Tokio noch zu früh gekommen wäre, ins Blickfeld kommen könnten – sowie dann hoffentlich mit den wiederum im August stattfindenden Europameisterschaften den Fokus bereits stark auf das nächste Jahr. „Die Sommersaison 2020 ist passé und allen Anschein auch der heiße Herbst, nachdem die Olympiaqualifikationsmöglichkeiten vom Weltverband World Athletics sowieso bis 30. November 2020 außer Kraft gesetzt wurden. Wir werden das restliche Jahr zur Weiterentwicklung unserer Athleten nutzen“, gibt Ring bereits den Fahrplan für die nächsten Monate bekannt.


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