21.11.2019, 10:05 Uhr

Europameisterschaften im Crosslauf Eine Handvoll Telis-Asse mit Cross-EM-Ambitionen – nationale Ausscheidung am kommenden Sonntag

(Foto: Kiefner Sportfoto)(Foto: Kiefner Sportfoto)

Am Sonntag, 8 Dezember, finden in Lissabon die diesjährigen Europameisterschaften im Crosslauf statt. Wer dorthin will, muss am kommenden Sonntag, 24. November, die nationale Ausscheidung beim Darmstadt Cross überstehen.

REGENSBURG Im letzten Jahr waren vier Regensburger Athleten bei den kontinentalen Titelkämpfen im holländischen Tilburg am Start. Mit der damaligen U23-Sechsten und Team-Europameisterin Miriam Dattke, und dem Männer-Duo Simon Boch/Konstantin Wedel hegen drei Telis-Asse auch in diesem Jahr Euro-Absichten. Dazu kommt der Dritte der diesjährigen Deutschen Crossmeisterschaften in der U20, Benedikt Brem, der nach seiner EM-Teilnahme über 3.000 Meter unbedingt erneut ins Nationaltrikot will. Auch Domenika Mayer hat bezüglich Cross-Europameisterschaften-Erfahrungen. 2012 stand sie in Budapest im Deutschen U23-Team. Diesmal will sie sich in Darmstadt für das Frauenteam qualifizieren. Die Reise ins Hessische wollen auch Kevin Key und U23-Läuferin Marina Rappold antreten. „Vier werden wir 2019 wohl nicht durchbringen, Crosslauf ist stets ein unwägbares Unternehmen und stark von der Tagesform abhängig, mal sehen, was raus kommt“, hält sich Telis-Teamchef Kurt Ring bezüglich der Erfolgsaussichten recht bedeckt.

Natürlich hat Miriam Dattke die besten Möglichkeiten, den Trip nach Portugal zu buchen. Mit elf nationalen Titelgewinnen – Teamerfolge mit eingeschlossen – war sie in diesem Jahr eine der herausragenden Athletinnen der deutschen U23-Laufszene, gekrönt von der Silbermedaille über 10.000 Meter bei den Europameisterschaften im schwedischen Gävle. Die kommenden Aufgaben geht sie forsch an: „Ich gehe mal davon aus, dass ich mich in Darmstadt qualifizieren kann und wünsch mir dann in Lissabon eine Einzelmedaille. Ich habe den ganzen Herbst bisher gut trainiert und möchte dies nun auch bei den kommenden Wettkämpfen beweisen, auch wenn man im Cross nie weiß, was so alles passieren kann.“ Die Telis-Zukunftshoffnung weiß, von was sie spricht. Im letzten Jahr musste sie ab der Hälfte der Distanz mit nur einem Schuh weiterlaufen, weil ihr der andere vom Fuß getreten worden war. Trainingskollegin Domenika Mayer ist derzeit auch prächtig in Schuss, weiß aber sehr wohl, dass im Kampf um die heiß begehrten fünf Startplätze die nationale Konkurrenz auf den 6,6 Kilometern um Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) und Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) sicher auch nicht untätig war.

Wilfried Raatz, so etwas wie der Sportdirektor des Darmstadt Cross, schätzt bei den Männern über die 9 Kilometer neben dem Vorjahressieger Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) vor allem den Regensburger Simon Boch (LG Telis Finanz) stark ein. „Der junge Mann gibt immer Gas, rennt bei solchen Rennen stets am Limit und war bei allen Meisterschaftsrennen in diesem Jahr vorne dabei“. „Simon ist topfit, hat 28:45Minuten über 10.000 Meter im Portfolio und sollte im Kampf um die EM-Plätze mitmischen können“, sagt sein Coach Kurt Ring. So sieht es auch der Athlet selbst. „Natürlich will ich wieder dabei sein, schau’n ma mal“. Für Trainingskollege Kevin Key geht’s in Darmstadt zunächst nur um eine Formüberprüfung. Ganz anders ist die Situation beim dritten Telis-Läufer Konstantin Wedel. Der war im letzten Jahr schon dabei und will natürlich diesen Coup unbedingt wiederholen. „Leider haben mich in der Vorbereitungszeit immer wieder etliche Infekte aus der Spur geworfen. Jetzt hilft nur noch der Sprung ins kalte Wasser“, schätzt er die Lage für sich selbst ein. „Vier Athletinnen und Athelten im letzten Jahr wären das absolute Optimum, wenn es am Ende zwei in Lissabon sind, können wir auch zufrieden sein“, versucht Ring schließlich doch noch ein wenig den Druck von seinen Athleten zu nehmen.


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