10.11.2019, 21:17 Uhr

Städtefahrt Regensburger Sportjugend befasste sich in Nürnberg mit dem Thema „Toleranz und Demokratie“

(Foto: Detlef Staude)(Foto: Detlef Staude)

Das Thema „Toleranz und Demokratie“ stand im Mittelpunkt der Städtefahrt der Sportjugend Regensburg im BLSV nach Nürnberg. Anhand von Beispielen aus der Praxis, mit Gesprächen und Diskussionen und mit dem geschichtlichen Erleben an einem historischen Ort sollte jungen Leuten diese Werte nähergebracht werden.

REGENSBURG Im ersten Teil gab es nach einem kurzen Input von Andrea Ackermann, die sich beim „SportService“ Nürnberg schwerpunktmäßig um die Integration von geflüchteten, jungen Leuten kümmert, eine Diskussion im runden Kreis.

„Sport integrativ“ stellt durch die Möglichkeiten des Sports Weichen zur mittel- und langfristigen Integration der Neuankömmlinge in die Gesellschaft. Die zentrale Koordinationsstelle dieses Programms liegt beim „SportService“ der Stadt Nürnberg. Hier werden Nürnberger Vereine in der Flüchtlingsarbeit unterstützt und Sportangebote entwickelt, gefördert und koordiniert. Bei Fragen rund um Sportangebote für Flüchtlinge können sich Verantwortliche in Vereinen ebenso an die Koordinationsstelle wenden wie alle, die Sport im Verein machen und/oder an den bestehenden Sportangeboten teilnehmen wollen oder ein passendes Sportangebot für Neuankömmlinge suchen.

Den 14 Jugendlichen und den Betreuern wurde sehr gut vermittelt, wie Integration in eine demokratische Gesellschaft gelingen kann und welche Möglichkeiten sich über die Mitgliedschaft in einem Sportverein oder einer Jugendgruppe ergeben können.

Memorium Nürnberger Prozesse

Nürnberg ist heute in der internationalen Wahrnehmung eng mit den Nürnberger Prozessen verknüpft. Der berühmteste der Nürnberger Prozesse ist der „Hauptkriegsverbrecherprozess“, abgehalten vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946 vor einem eigens hierzu eingerichteten alliierten Militärgerichtshof. Ihm folgten von Dezember 1946 bis April 1949 zwölf weitere Verfahren, häufig als „Nürnberger Nachfolgeprozesse“ bezeichnet, die vor ausschließlich US-amerikanischen Militärtribunalen stattfanden. Ihnen fehlt im Vergleich zum ersten Prozess das Merkmal eines internationalen Gerichtshofs. Mit dem Besuch im Memoriam im zweiten Teil der Städtefahrt konnten wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über den Blick auf die Geschichte an einem historischen Ort Gefahren für die Demokratie deutlich machen. Hierbei gab es eine interaktive Führung, in die die Jugendlichen sich sehr gute mit Fragen und Diskussionsbeiträgen einbrachten. Spannend war aber auch die Ausstellung mit Bild-, Ton- und Filmdokumenten und als Höhepunkt den Blick in den Schwurgerichtssaal der Nürnberger Prozesse. Die Ausstellung gliedert sich in drei Bereiche. Der erste und größte Ausstellungsraum erläutert die Vorgeschichte, die Beteiligten und den Verlauf des Hauptkriegsverbrecherprozesses. Der zweite Themenkomplex widmet sich der juristischen Verfolgung von NS-Verbrechen nach 1946. Eine Gesamtdarstellung der Nürnberger Nachfolgeprozesse zeigt Umfang und Dauer dieser Verfahren. Zudem vermitteln wichtige Prozesse einen Überblick über den Umgang mit NS-Verbrechen im In- und Ausland. Im dritten Teil schließt die Auseinandersetzung mit dem Erbe von Nürnberg bis hin zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag den Ausstellungsrundgang inhaltlich ab. Für die Jugendlichen waren vor allem die Vorgeschichte, die Angeklagten, die Urteile, aber auch der Umgang der Deutschen mit der NS-Vergangenheit von großem Interesse.„Dies sind Eindrücke, die man in einem Studium von Büchern oder im Internet nicht erhalten kann“, so Organisator Detlef Staude, Vorsitzender der Sportjugend.


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